Zum 90. Geburtstag von Oskar Patzelt

(03.01.2009)

Dr. med. Oskar Patzelt, der Namensgeber der Oskar-Patzelt-Stiftung, wurde am 3. Januar 2009 90 Jahre alt. Erster Gratulant des Jubilars bereits am Morgen des Geburtstages war der Vorstand der Oskar-Patzelt-Stiftung. 

Ein geflügeltes Wort von Oskar Patzelt während seiner langjährigen erfolgreichen und bis heute unvergessenen Tätigkeit als Chefarzt der Inneren Abteilung des Kreiskrankhauses Wurzen war der Satz; "Vor die Therapie haben die Götter die Diagnose gestellt." Diese Regel hilft nicht nur medizinische Probleme zu lösen, sondern sollte generell bei Problemlösungen viel mehr Beachtung finden. Egal, ob es um den Wiederaufbau der ostdeutschen Wirtschaft nach dem Zusammenbruch Anfang der 90er Jahre, um die Meisterung der Wiedervereinigung, um die Bewältigung der Globalisierung oder die aktuelle Weltfinanzkrise geht - politisches und unternehmerisches Handeln sollte aus einer soliden Diagnose der Problemursachen abgeleitet werden. Ansonsten droht wie so oft in der jüngeren Geschichte hektischer Aktionismus, den bereits Albert Einstein mit den Worten geißelte: "Man kann ein Problem nicht mit der Denkweise lösen, die es erschaffen hat."

In diesem Sinne wurde die Wettbewerbsinitiative "Großer Preis des Mittelstandes", ursprünglich unter anderem Namen, 1994 in Leipzig von Dr. Helfried Schmidt ins Leben gerufen - vollständig ehrenamtlich organisiert, ausschließlich privat finanziert. 1998 errichtete er die Stiftung, die seit Anbeginn vom Führungsduo Helfried Schmidt und Petra Tröger geleitet wird. Bereits 1997 startete die Academy of Motion Picture Arts and Sciences, USA (Hollywood) einen siebenjährigen Rechtstreit mit der Leipziger Stiftung wegen angeblicher Verwechslungsgefahr mit der Hollywood-Marke „Oscar”. 2004 war diese Auseinandersetzung bereits beim Bundespatentgericht anhängig. Am 3. Februar 2005 ging die Stiftung schließlich den Kostenrisiken weiterer Streitigkeiten durch eine außergerichtliche Vereinbarung mit Hollywood endgültig aus dem Weg. Seitdem trägt die Stiftung den vollständigen Namen des Schwiegervaters von Helfried Schmidt, Dr. med. Oskar Patzelt: Oskar-Patzelt-Stiftung. Das Regierungspräsidium als Stiftungsaufsichtsbehörde genehmigt die Satzungsänderung am 2.2.2006.

Ziel der Stiftung ist es, mit der Verleihung eines Preises die großen sozialen Leistungen des Mittelstandes in das Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rücken. Es geht darum, den Zusammenhang "Gesunder Mittelstand - starke Wirtschaft - mehr Arbeitsplätze" öffentlich zu verdeutlichen. Wichtigstes Instrument ist dabei der jährlich ausgeschriebene Wettbewerb "Großer Preis des Mittelstandes". Unternehmen mit herausragenden Leistungen werden ausgezeichnet, wobei nicht nur die Investitionstätigkeit, die Innovationskraft oder das Wachstum der Belegschaft bewertet werden, sondern das Unternehmen als Ganzes und in seiner Rolle in der Gesellschaft im Focus steht. Mittelständische Unternehmen sind in ihrer Flexibilität, Innovationskraft und häufig generationenübergreifenden Anpassungsfähigkeit Garanten vom Marktwirtschaft und Demokratie und mit jedem am Markt geschaffenen und gesicherten Arbeitsplatz Hüter des sozialen Friedens.

Ursprünglich 1994 als lokale Initiative in Sachsen gestartet, ist die Stiftung bereits seit 2002 bundesweit tätig. Über 1000 Kommunen und Institutionen nominieren jährlich herausragende vorbildliche Unternehmen zum Wettbewerb. Die jährlich über 3.000 Teilnehmer des Wettbewerbs repräsentieren den erfolgreichen, unverzichtbaren, wachstumsorientierten und lösungsorientierten Kern unserer Wirtschaft - das Beste dessen, was soziale Marktwirtschaft ausmacht. Der Wettbewerb "Großer Preis des Mittelstandes" entwickelte sich zum resonanzstärksten Mittelstandswettbewerb Deutschlands. Diese Aufbauleistung würdigte der sachsen-anhaltische Ministerpräsident Prof. Dr. Wolfgang Böhmer im Auftrage von Bundespräsident Horst Köhler am 6. September 2008 mit der Verleihung der 1. Stufe des Bundesverdienstkreuzes, der Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland an den Initiator des Wettbewerbs „Großer Preis des Mittelstandes“ und Vorstandsvorsitzenden der Oskar-Patzelt-Stiftung Dr. Helfried Schmidt. Dieser nahm die Auszeichnung nur stellvertretend für die vielen ehrenamtlichen Helfer der Mittelstandsinitiative entgegen und hob insbesondere seine langjährige Wegbegleiterin Petra Tröger hervor, „ohne die ich heute Abend nicht hier auf der Bühne stehen würde“.

Die Stiftung zeichnet sich aus durch vollständige ehrenamtliche Organisation und komplett private Finanzierung. Kein einziger Euro Steuergelder wird für die umfangreichen ganzjährigen Aktivitäten verbraucht. Etwa 200 Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung arbeiten vollständig ehrenamtlich in Vorstand, Kuratorium, Präsidium, zwei Beiräten, 13 Jurys und 37 regionalen Servicestellen der Stiftung in allen Bundesländern Deutschlands. Seit vergangenen Jahr sind unter anderem die Thüringische Landtagspräsidentin Prof. Dr. Dagmar Schipanski und der sachsen-anhaltische Ministerpräsident Prof. Dr. Wolfgang Böhmer im Präsidium der Stiftung tätig. Cornelia Pieper, stellv. Bundesvorsitzende der FDP, Prof. Dr. Rupert Gramss von der Fachhochschule Weihenstephan und Mag. Dr. Ludwig Scharinger, Vorstandsvorsitzender und Generaldirektor der Raiffeisen Landesbank Oberösterreich AG verstärken seit Dezember 2008 das Kuratorium der Stiftung.

Oskar Patzelt