Zukunfts-Optimisten in Leipzig

(24.04.2013)
Das fünfte Wirtschaftsforum begeisterte 82 Gäste

Am vergangenen Freitag fand das fünfte Wirtschaftsforum der Oskar-Patzelt-Stiftung statt. Im edlen Ambiente des Steigenberger Hotels in Leipzig kamen 82 Zukunfts-Optimisten zusammen. Nachdem Petra Tröger, Vorsitzende der Oskar-Patzelt-Stiftung, die Gäste des Forums begrüßt hatte, eröffnete Top-Speaker Roger Rankel die Vortragsreihe mit dem Thema „So funktioniert Empfehlungsmarketing heute!“. Der Bestseller-Autor und einst jüngste Preisträger beim „Großen Preis des Mittelstandes“ empfiehlt Empfehlungsmarketing, um Kunden zu überzeugen. Über Zeugen zu gehen verspricht mehr Erfolg. Denn vom Empfehlen profitieren alle Seiten. Der Empfehlende pflegt seinen Ruf und genießt die Anerkennung, der Empfänger der Empfehlung ist dankbar für einen guten Tipp und das empfohlene Unternehmen freut sich über einen neuen Kunden. Diesen gilt es dann zufriedenzustellen und langfristig als Kunden zu binden: Indem man Etwas etwas anders macht. Denn Mittelmaß wird nicht weiter empfohlen.

Mit sächsischem Charme

Um 11:30 Uhr präsentierte Annekatrin Michler ihre sieben Kellerkinder (nach Johannes Galli). Sie führte dem Publikum mit ihrem eindrucksvollem Business-Theater vor, welche Eigenschaften wir alle in uns tragen und wie wir sie vorteilhaft nutzen und zur Entfaltung lassen kommen können:

1. Die Tranfunzel: Sie ist müde und träge. In den richtigen Dosen kann Sie zur Quelle der Kreativität werden.

2. Der Fetzer: Er ist ungeduldig, hektisch und kann gern das eigentliche Ziel aus den Augen verlieren. Doch es gehen wichtige Impulse von ihm aus und er strotzt vor Tatkraft.

3. Das Lästermaul: Sie ist feige und lebt von Fehlern der Anderen. Setzt sie ihre Menschenkenntnis richtig ein, ist sie wertvoll.

4. Der Großkotz: Ein Wichtigtuer, der von oben herab predigt. Mit der richtigen Einstellung kommt seine Weisheit zum Vorschein.

5. Das Flittchen: Sie scheut die Konsequenzen ihres Handelns und tanzt immer auf mehreren Hochzeiten. Ihre kommunikative Stärke ihr Potential.

6. Der Geizhals: Er braucht Sicherheit, plant penibel und findet, dass früher alles besser war. Seine Struktur und Ordnung gibt jedoch Halt und Klarheit.

7. Das Binnix: Es ist unsicher und schwach. Wenn es lernt, sich Fehler zu zugestehen, kann es die pure Lebensfreude sein.

Mit Witz und sächsischem Charme machte die Kommunikationsexpertin den Saal zur Bühne und schaffte es mit ihrem Rollenspiel, dem Publikum einen Blick in sich selbst zu ermöglichen.

Mit Stil und Witz

Nach der Mittagspause zeigte die ehemalige Protokollchefin des Freistaates Sachsen, Heidrun Müller, mit anschaulichen Beispielen, wie man mit Stil und Witz auf jedem Parkett überzeugt. Staatsbesuche von Johannes Rau oder Jacques Chirac meisterte sie durch ihr  Credo „Disziplin, Konzentration, Präzision, Intensität und Phantasie“, das sie als Tanzschülerin der Tanzschule von Gret Palucca verinnerlichte. Der richtige Umgang mit Menschen bedeutet Etikette, aber auch Humor. So konnte Heidrun Müller auch ungeplante Situationen souverän meistern, z. B. als Frankreichs Staatspräsident von einem Flughafenarbeiter begrüßt wurde, anstatt von einem staatlichen Empfangskomitee.

Mit Aufschieberitis Schluss machen

Danach fanden zwei parallele Workshops statt, welche sich die Teilnehmer des Wirtschaftsforums selbst auswählten. In „Reden ist Silber, Tun ist Gold!“ bat Daniél Hoch das Publikum zunächst, einen gehegten Wunsch bzw. einen Vorsatz zu notieren. Dann ermittelte er die Ursachen für die Volkskrankheit „Aufschieberitis“ um gleich darauf passende Rezepte gegen die angelernte Trägheit des Menschen zu präsentieren:

1. Eine Zielplanung formulieren

2. Prioritäten setzen

3. Einen Tagesplan erstellen

4. Zeitfresser ermittelt

5. Tun! – Trägheit unermüdlich neutralisieren

Aufschieberitis kann den Menschen krank machen, denn sie hält ihn davon ab, seinen Träumen nachzugehen. Mit dieser Anleitung ausgestatten können die Kursteilnehmer nun ihre zu Anfang notierten Vorhaben in die Tat umsetzen.

Mit Bambus-Code zum Marktführer

Gleichzeitig entführte Christian Kalkbrenner seine Zuhörer ein paar Räume weiter in das Reich des Bambus-Codes. Der Unternehmensberater ist davon überzeugt, dass jedes Unternehmen wie die vielseitige Pflanze enorm wachsen kann und zwar unter allen Bedingungen. An Beispielen zeigte der Wachstumsexperte, wie er die Typologie eines Unternehmens ermittelt, die Marktführung anstrebt, den Aktionsradius des Unternehmens erweitert, die Wachstums-Turbos ermittelt, Guerilla-Wachstumswege aufzeigt, die Balance zwischen Vertrieb und Produkt hält und auch die letzten Hürden zum Erfolg erkennt und meistert.

Mit Gelassenheit ans Ziel

Der abschließende Vortrag des Tages wurde dann von Prof. Dr. Marcus Stück gehalten, einem ehemaligen Studenten von Dr. Helfried Schmidt, Vorstand der Oskar-Patzelt-Stiftung. Der Hochgebirgsbergsteiger und Psychologe untersuchte u.a. auf den Oskar-Patzelt-Expeditionen die Belastbarkeit des Menschen in Extremsituationen. Die Ergebnisse hat er von den Extremsportlern auf Unternehmer übertragen und neun Grundsätze für die Führung von Mitarbeitern ermittelt:

1. Für das Wohlbefinden der Mitarbeiter sorgen – Mitarbeitergesundheit ist ein Indikator für Überlastung und gute, bzw. schlechte Führung

2. Körperliche Gesundheit ist Voraussetzung für Belastbarkeit

3. Gelassen dem Ziel entgegen gehen – der Abstieg ist am gefährlichsten

4. Gute Vorbereitung – der Körper kompensiert Stress und die Überforderung zeigt sich schlagartig und unerwartet

5. Für Entspannung sorgen

6. Teamgeist und Motivation entwickeln

7. Klare, rationale Anweisungen bei kritischen Situationen

8. Gruppenstrukturen kennen und die Rollen verteilen

9. Sich der sozialen Verantwortung bewusst sein

Wer diese Grundlagen für die Führung beherzigt, wird die Expedition Unternehmensführung mit Erfolg meistern.

Mit Urkunde in der Hand

Zum Abschluss des Tages überraschten die Gastgeber Petra Tröger und Helfried Schmidt die Teilnehmer mit einer Urkundenübergabe. Unter den Gästen des Tages befanden sich einige Unternehmer, die die nächste Stufe des Wettbewerbes „Großer Preis des Mittelstandes“ erreicht haben. Mit unerwarteter Freude nahmen die Vertreter der Firmen

-    Rolladen Braun OHG

-    Kunststofftechnik Backhaus GmbH

-    Agri Con GmbH und

-    Caleg Schrank- und Gehäusebau GmbH

die Urkunden entgegen. Der gelungene Tag klang in gemütlicher Atmosphäre aus. Die Abendveranstaltung bedeutete OPWERKEN in Wohlfühlatmosphäre.

Roger Rankel empfiehlt Empfehlungsmarketing

Annekatrin Michler kennt die sieben Kellerkinder in jedem von uns

Heidrun Müller bewegt sich sicher auf jedem Parkett

Daniél Hoch bekämpft die Volkskrankheit „Aufschieberitis“

Christian Kalkbrenner kennt den Weg zum Marktführer

Prof. Dr. Marcus Stück meistert die Extremsituation Unternehmensführung

Haben die Jurystufe erreicht: (v. l. n. r.) Dietmar Gatz und Dieter Lubert, Caleg Schrank- und Gehäusebau GmbH; Antje Krieger, Agri Con GmbH; Manfred Gante, Kunststofftechnik Backhaus GmbH; Georg Braun, Rolladen Braun OHG (Fotos: OPS Netzwerk GmbH)