Wettbewerbsregion Sachsen-Anhalt

(10.05.2012)
P.T. Sonderausgabe 1/2012

Sachsen-Anhalt gehört trotz großer Fläche mit rund 2,3 Millionen Einwohner zu den kleineren Bundesländern, allerdings mit einer großen Geschichte. Die Gegend des heutigen Landes Sachsen-Anhalt war im Frühmittelalter einer der kulturellen Schwerpunkte im deutschsprachigen Raum. Die heutige Landeshauptstadt Magdeburg war zu jener Zeit eines der politischen Zentren im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation. Von der früheren Bedeutung der gesamten Region zeugen heute die für das Land typischen, gut erhaltenen Baudenkmäler aus der Zeit der Romanik und der Gotik.

Das Bundesverdienstkreuz

Mit der Oskar-Patzelt-Stiftung verbindet das Land eine lange enge Zusammenarbeit. Die Ministerpräsidenten Christoph Bergner, Reinhard Höppner, Wolfgang Böhmer und jetzt Reiner Haseloff ließen es sich nicht nehmen, selbst die Schirmherrschaften über den jährlichen Wettbewerb „Großer Preis des Mittelstandes“ für die Wettbewerbsregion Sachsen-Anhalt zu übernehmen. Wolfgang Böhmer überreichte Dr. Helfried Schmidt im Jahr 2008 im Auftrag des damaligen Bundespräsidenten Horst Köhler zur Preisverleihung in Magdeburg das Bundesverdienstkreuz. Er ist heute Mitglied des Präsidiums der Oskar-Patzelt-Stiftung. Staatsministerin Cornelia Pieper, ist die „dienstälteste“ Politikerin an der Seite der Oskar-Patzelt-Stiftung.

Von Mitteldeutschland ausgegangen

„Die Leistungen der mittelständischen Unternehmen können gar nicht genug gewürdigt werden. Sie tragen unsere Wirtschaft, ganz besonders bei uns in Ostdeutschland, wo es nur sehr wenige große Firmen gibt.“ sagte Rainer Haseloff. „Ich begrüße deshalb die Initiative „Großer Preis des Mittelstandes“ und habe gerne die Schirmherrschaft für die Auszeichnungsgala übernommen. Ich freue mich besonders, dass diese Initiative von Mitteldeutschland ausgegangen ist und von hier aus auf ganz Deutschland ausgeweitet wurde.

Auf dem richtigen Weg

Dass wir auch bei uns im Land einen dynamischen Aufschwung verspüren, ist das Verdienst der kleinen und mittleren Firmen. Selbstverständlich ist das nicht: Die tiefste Krise in Deutschland nach dem Krieg war eine harte Bewährungsprobe für unsere Wirtschaft. Diese Probe hat sie mit Bravour bestanden. Der Erfolg bestätigt auch, dass die Landesregierung mit ihrer Mittelstandspolitik auf dem richtigen Weg ist.

Neue Wachstumsimpulse

Mit Wolfgang März, Sven Horn und Jochen Zeiger von der IHK Magdeburg, mit Wolfgang Winkler, Prof. Peter Heimann, Carola Schaar von der IHK Halle-Dessau, mit den Städten Magdeburg, Halle/S. und Dessau, mit Landkreisen und Kommunen gibt es eine enge Zusammenarbeit. Matthias Freiling von der ARENA GmbH, Niederlassung Dessau-Roßlau wirkt unter anderem als Botschafter des Wettbewerbs mit. Prof. Ullrich Blum von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats der Oskar-Patzelt-Stiftung, wirbt derzeit für eine ergänzende Strategie des externen Wachstums, also der mittelständischen Unternehmensübernahmen, um neue Wachstumsimpulse in der mitteldeutschen Wirtschaft setzen. Deutlich wird die Gefährdung der vertikalen Leuchttürme, wenn sie – wie vor wenigen Jahren die Massenspeicherchips und nun die Solarmodule – infolge weitgehender Standardisierung unter Druck geraten.

An der Ausschreibung beteiligt

An der Ausschreibung des Wettbewerbs „Großer Preis des Mittelstandes“ 2012 beteiligten sich unter anderem die Agentur für Arbeit in Halle und Sangerhausen, Geschäftsstelle Staßfurt, die ATI Agentur für Technologietransfer u. Innovation, das bildungszentrum energie GmbH (bze), die Bundesagentur für Arbeit Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen, die Deutsche Bank AG, Magdeburg, das Investment & FinanzCenter, die Handwerkskammern Halle und Magdeburg, die Hansestadt Stendal, die IHK Halle-Dessau, sowie die IHK Magdeburg, das Innovations- und Gründerzentrum Altmarkkreis Salzwedel (IGZ), die Landeshauptstadt Magdeburg, die Landkreise Anhalt-Bitterfeld, Börde, Burgenlandkreis, Harz, Mansfeld-Südharz Sangerhausen, Stendal, die Mitteldeutsche Akademie für Marketing und Kommunikation GmbH, Saalekreis und Salzlandkreis, die Städte Bernburg (Saale), Bitterfeld-Wolfen, Burg, Dessau-Rosslau, Halle – Fachbereich Wirtschaftsförderung, Hohenmölsen, Sangerhausen, Weißenfels, Zeitz, die Stadtsparkasse Dessau, die Stendaler Landbäckerei GmbH, das Technologie- und Gründerzentrum Jerichower Land, der Technologiepark Ostfalen und der Tourismusverband Sachsen-Anhalt e.V. – LTV.

Ausgezeichnete Unternehmen

213 Firmen wurden dieses Jahr zum Wettbewerb nominiert. Darunter hervorragende Firmen, die bereits ausgezeichnet wurden und dieses Jahr um den Titel „Premier“ kämpfen wie zum Beispiel:

ECH Elektrochemie Halle GmbH in Halle (Saale), 2010 Preisträger, 2009 Finalist "Großer Preis des Mittelstandes", ET blue chip GmbH Helbra, 2009 Preisträger und Ehrenplakette, 2008 Finalist, FEAG Sangerhausen GmbH Sangerhausen, 2007 Ehrenplakette, 2005 Preisträger, 2003 Finalist, GETEC  AG Magdeburg, 2010 Ehrenplakette, 2003 Preisträger, Gummiwerk KRAIBURG RELASTEC GmbH Salzwedel, 2006 Preisträger, 2005 Finalist, Halloren Schokoladenfabrik AG Halle, 2002 Preisträger, Kathi Rainer Thiele GmbH Halle, 2003 Premier-Finalist, 1998 Preisträger, Keunecke Feinkost GmbH Ballenstedt, 2010 Ehrenplakette, 2002 Preisträger, Kiebitzberg Möbelwerkstätten Havelberg, 1999 Preisträger, NOVO-TECH GmbH & Co. KG Aschersleben, 2011 Preisträger, 2010 Finalist, ORWO Net AG Bitterfeld-Wolfen, 2011 Premier-Finalist, 2009 Preisträger, 2007 Finalist, Pergande Group Weißandt-Gölzau, 2010 Preisträger und Ehrenplakette, 2009 Finalist, Probiodrug AG Halle, 1999 Preisträger, Rundfunk GmbH & Co. KG Gernrode aus Gernrode, 2011 Preisträger und Ehrenplakette, 2003 Finalist, Schubert GmbH Tangerhütte, 1998 Preisträger, SONOTEC Ultraschallsensorik Halle GmbH aus Halle, 1996 Preisträger, VKK Standardkessel Köthen GmbH Köthen, 2010 Premier-Finalist, 2009 Ehrenplakette, 2004 Preisträger, Vollmar GmbH Werk Salzwedel aus Salzwedel, 2002 Preisträger und VTQ Videotronik GmbH Querfurt, 2009 Preisträger, 2006 Finalist "Großer Preis des Mittelstandes".

Kennen Sie nicht? Kennen Sie doch!

In Halle haben die Handwerkskammer und Industrie- und Handelskammer gemeinsam einen Preisträger des Jahres 2007 zum Premier nominiert: Die Stahlbau Brehna GmbH. Kennen Sie nicht? Kennen Sie doch! Das ist die Pyramide an der Autobahn Halle-Berlin, passend zum Slogan: ,,Wir bauen Pyramiden auch außerhalb der Wüste''. Es ist nicht selbstverständlich, dass in der Backbranche ein Familienunternehmen 600 Mitarbeiter beschäftigt, und das nicht als Discounter, sondern im Premium-Bereich, mit 130 Filialen von Braunschweig bis Berlin. Die Stendaler Landbäckerei GmbH, Preisträger 2007 und Ehrenplakette 2011 ist zum Premier nominiert. Bei der ebenfalls zum Premier nominierten AKTUELL BAU GmbH aus Magdeburg, Preisträger 2005 und Ehrenplakette 2011, kommen 70 Prozent der beschäftigten Mitarbeiter aus der Arbeitslosigkeit. Die Simon Werbung GmbH aus Weißenfels, Finalist 2008, hat für ihr hohes soziales sowie ehrenamtliches Engagement sowie für Familienfreundlichkeit und besondere Kreativität schon mehrere Anerkennungen erhalten und ist zum Preisträger nominiert. Neu im Rennen ist die 1997 gegründete ARS Anlagen und Rohrsysteme Betriebsführung & Service GmbH aus Merseburg, ein führender deutscher Anbieter von Pipelineinstandhaltungs- und Pipelinemanagementsystemlösungen mit inzwischen fast 100 Mitarbeitern. Die AIS Anlagenbau & Industrieservice Kemberg K. -W. Kursawe e. Kfm. aus  Kemberg, deren ca. 25 Mitarbeiter internationale Großprojekte und Baustellen in Europa und Übersee stemmen, wurde vergangenes Jahr Finalist und ist wieder nominiert. Ebenfalls nominiert ist der Finalist des Jahres 2010, die Fangmann Holding GmbH & Co. KG aus Salzwedel. Fangmann hat bewusst antizyklisch in der Krise den Mitarbeiterstamm auf nunmehr über 180 aufgebaut und den Umsatz in den letzten fünf Jahren verdoppelt.

Den Vergleich nicht scheuen

Seit 1996, als erstmals Firmen aus Sachsen-Anhalt am Wettbewerb teilnahmen, sind eine ganze Reihe hervorragender Unternehmen ausgezeichnet worden, die den Vergleich mit Spitzenunternehmen anderer Regionen nicht scheuen brauchen. Dazu gehören neben den schon oben genannten zum Beispiel  die Abtshof Magdeburg GmbH, Ambulanz Mobile GmbH & Co. KG, Bauer Elektroanlagen Halle GmbH, FEAG Sangerhausen GmbH, IDT Biologika GmbH, Köthen Energie GmbH, NOVO-TECH GmbH & Co. KG, ÖHMI AG oder die Serumwerk Bernburg AG.

Das 10. Erfolgsgeheimnis

Sachsen-Anhalt besitzt mit fünf Kulturerbestätten (darunter Bauhaus und Dessau-Wörlitzer Gartenreich) die meisten UNESCO-Welterbestätten in Deutschland. Das allein bewirkt nichts außer Kosten. Erst Kommunikation und Marketing macht diese Stätten zu touristischen Attraktionen.  Auch Unternehmen verdanken ihren Gewinn, die Arbeitsplätze, die Fähigkeit zur Innovation und zum regionalen Engagement letztlich ihren Kunden. Vorausschauende Mittelständler betreiben daher ideenreich Kundenpflege und Kundengewinnung, und sichern so, dass sich ein gegenwärtiger Erfolg nicht nur zufällig auf der Welle eines konjunkturellen Höhepunkts ergibt, sondern dauerhaft immer wieder neu errungen und erwirtschaftet werden kann.

Marketing und Kommunikation

Im Mittelpunkt stehen Ausrichtung und konsequente Einhaltung von Corporate Identity und Corporate Design. Ziel ist die Erhöhung des Bekanntheitsgrades durch permanente Präsenz in den Medien, effizienten Einsatz verschiedener Marketinginstrumente, fortschrittliche Unternehmenskultur, die sich an den Bedürfnissen der Kunden und Mitarbeiter orientiert, Veranstaltungen und Events und vieles mehr. Ohne eine umfassende Marketingstrategie mit marktfähiger Preispolitik und Benchmarking zum Wettbewerb bleiben die Maßnahmen Stückwerk.

(Foto: Wikipedia/CC-3.0/Omits)

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (Foto: Boris Löffert)

(Foto: Wikimedia/GNU-1.2/Franzfoto)

Sachsen-Anhalt ist eines der führenden Länder in Sachen Windenergie (Foto: berlin-pics/pixelio.de)