Wettbewerbsregion Rheinland­Pfalz/Saarland

(08.05.2012)
P.T. Sonderausgabe 1/2012

Rheinland-Pfalz und das Saarland bilden zusammen eine der zwölf Wettbewerbsregionen beim „Großen Preis des Mittelstandes“. Schirmherren waren der damalige Minister für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau von Rheinland-Pfalz, Hans-Artur Bauckhage, der Existenzgründer als "Jungbrunnen" der Wirtschaft sah, und der saarländische Wirtschaftsminister Dr. Hanspeter Georgi.

Mittelstandsfreundliche Reform

Georgi, der später Mitglied des Präsidiums der Oskar-Patzelt-Stiftung wurde, machte in seinem Grußwort zwei radikale Vorschläge um die Ausdünnung des Mittelstandes zu verhindern. Zum Erhalt mittelständischer Familienunternehmen und der damit verbundenen Arbeitsplätze forderte er eine mittelstandsfreundliche Reform der betrieblichen Erbschaftsteuer nach britischem Vorbild, die inzwischen wenigstens teilweise umgesetzt wurde.

„Alle großen Firmen haben einmal klein angefangen – als ein Beispiel aus Rheinland-Pfalz sei nur Boehringer Ingelheim genannt.“ sagte zum Beispiel Ministerpräsident Kurt Beck in seinem Grußwort zur Preisverleihung. Wirtschaftsminister Hendrik Hering führte 2006 den „Mittelstandslotsen“ ein, der seit einigen Jahren erfolgreich von Eckart Helfferich wahrgenommen wird.

"Du chefst das!"

Das Saarland, das kleinste der deutschen Flächenländer, hat den Strukturwandel von der Kohle- und Stahlregion bereits ein gutes Stück bewältigt. Auch hier geht nichts ohne neue Ideen und Unternehmerpersönlichkeiten, die diese Ideen umsetzen. Wer im Saarland eine Firma gründen will, findet daher vielfältige Unterstützung. Unter dem Motto "Du chefst das!" läuft aktuell eine Motivationskampagne. Wenngleich Rheinland-Pfalz in Deutschland vor allem für Wein und Sekt steht, ist der Industrieanteil an der Wirtschaftsleistung höher als im Bundesdurchschnitt. Mit einer Exportquote von ca. 46 % liegt das Land in der Spitzengruppe der deutschen Bundesländer. Ein Grundpfeiler der Wirtschaft ist neben Außenwirtschaft und Industrie der Mittelstand.

Drittniedrigste Arbeitslosenquote

Die Arbeitslosenquote ist mit 5,5 % die drittniedrigste in der Bundesrepublik Deutschland nach Baden-Württemberg und Bayern. Bedeutende Industriebranchen sind die chemischen Industrie, die  pharmazeutische Industrie, der Fahr­zeug- und Maschinenbau und die Lebensmittel- und Getränkeproduktion. Die Dienstleistungsbranche stützt sich überwiegend auf kleinere Unternehmen.

Vor Ort aktiv als regionale Servicestellen der Oskar-Patzelt-Stiftung sind für die Region Mittelrhein Ewald A. Hoppen, für den Stadt-/Landkreis Kaiserslautern Dr. Philip Pongratz, und für das Saarland der stellvertretende IHK-Geschäftsführer Dr. Mathias Hafner.

Erfolg für den Mittelstand

Geschäfte werden nicht zwischen Unternehmen gemacht, sondern zwischen Menschen. Und alle wirklich funktionierende Kommunikation und Kooperation bedarf der menschlichen Handlung. Schon seit dem Jahr 2003 ist im Mainzer Wirtschaftsministerium Frau Mechthild Kern diejenige „Ansprechperson“, die regelmäßig für die Region die Ausschreibung zum Wettbewerb „Großer Preis des Mittelstandes“ aufgreift, popularisiert und unterstützt. Mit großem Erfolg für den Mittelstand und für die Region.

312 Unternehmen und Institutionen der Wettbewerbsregion Rheinland-Pfalz/Saarlandwurden für 2012 zum Wettbewerb nominiert. An der Nominierung beteiligten sich unter anderem Gemeinden wie Eppelborn, Heusweiler, Brohltal, Landstuhl, Schönenberg-Kübelberg, Weißenthurm, Wörrstadt, Maifeld, Pellenz, Mühltal, die Handwerkskammern der Pfalz, des Saarlandes und Trier, die IHK­ des Saarlandes, die IHK Koblenz, die Landeshauptstädte Mainz und Saarbrücken, Landkreise wie Ahrweiler, die beiden Wirtschaftsministerien, die Städte Homburg, Konz, Mayen, Mendig, Ottweiler, Püttlingen oder die Zentrale für Produktivität und Technologie Saar e. V.

Ein vertrauensvolles Verhältnis

In der Südwestregion haben Verwaltungen und Institutionen traditionell ein enges vertrauensvolles Verhältnis zu „ihrem“ unternehmerischen Mittelstand. Deshalb sind die Kreissparkasse Mayen, die Kreisverwaltung Bernkastel-Wittlich, die Stadt Speyer, die Stadt St. Ingbert, die Verbandsgemeinde Eisenberg, die VR Bank Südpfalz eG, die WFK-Wirtschaftsförderungsgesellschaft Stadt-und Landkreis Kaiserslautern mbH und die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Westerwaldkreis mbH für die Sonderpreise „Bank des Jahres“, bzw. „Kommune des Jahres“ nominiert worden.

Eine sehr gute Bewertung

Kommune des Jahres 2011 war die WFG Wirtschaftsförderungsgesellschaft am Mittelrhein mbH aus Koblenz. Im Juli 1971 von den Gesellschaftern Landkreis Mayen-Koblenz, Sparkasse Koblenz und Kreissparkasse Mayen gegründet, hat die WFG in den zurück liegenden Jahrzehnten den Strukturwandel im Landkreis Mayen-Koblenz - LK MYK - erfolgreich begleitet und gefördert. Von der einseitigen Monostruktur - Bau-Steine-Erden-Industrie hat sich der Landkreis zu einem ausgewogenen Branchenmix vom Maschinenbau über die Lebensmittelindustrie bis hin zur Holz- und Metallverarbeitung gewandelt. Die WFG versteht sich dabei als Schnitt- und Schaltstelle zwischen Wirtschaft, Verwaltung, Wissenschaft und Politik. Die Analyse der Standortzufriedenheit von Unternehmen im Bezirk der IHK Koblenz zeigt den Landkreis an der Spitze. Die sehr gute Bewertung fußt auch auf den hervorragenden infrastrukturellen Voraussetzungen der Region und bestätigt sich bei den weichen Standortfaktoren.

Hervorragende Firmen

In Rheinland-Pfalz/Saarland gibt es daher nicht nur hervorragende Firmen, die bereits nominiert oder ausgezeichnet wurden, sondern auch solche, die nach der Auszeichnung als Finalist und Preisträger weiter zum Premier-Finalist oder Premier nominiert sind. In diesem Jahr sind das die ABZ Handels GmbH "Anschlagen – Bewegen - Zurren" aus Ramstein-Miesenbach, die ALPHA Business Solutions AG aus Kaiserslautern, die Bluhm Weber Group aus Rheinbreitbach, die Colak GmbH aus Urmitz, die Dr. Eckel GmbH aus Niederzissen, die Gebr. Schumacher GmbH aus Eichelhardt, die Insiders Technologies GmbH aus Kaiserslautern, die Koch Bedachungen GmbH aus Wirges, die Kübler GmbH - Energiesparende Hallenheizungen – aus Ludwigshafen, die Lubberich GmbH Dental-Labor aus Koblenz, die Mathias Normann GmbH & Co. KG Spedition - Logistik – Lagerung aus Bendorf, die monte mare Unternehmensgruppe aus Rengsdorf und die RHODIUS Schleifwerkzeuge GmbH & Co. KG aus Burgbrohl.

Das 8. Erfolgsgeheimnis

Mittelstand heißt immer: Einer unter mehreren, vielleicht sogar unter vielen. Mittelstand - das ist niemals Monopol. Die Möglichkeit der Kooperation ist daher „natürlich“ an mittelständisch geprägten Märkten angelegt. Und erfolgreiche Mittelständler nutzen diese Möglichkeit intensiv:

Kooperationen suchen und pflegen

Mit Schulen wird kooperiert, um Ausbildungsnachwuchs zu sichern. Mit regionalen Vereinen wird kooperiert, um die Region lebenswert und attraktiv auch für die eigenen Mitarbeiter zu erhalten. Mit Unternehmerverbänden und Kammern wird kooperiert, um die Existenzbedingungen der eigenen Branche zu verbessern. Mit Hoch- und Fachschulen und wissenschaftlichen Einrichtungen wie Fraunhofer oder Max Planck wird kooperiert, um im Netzwerk rascher zu Innovationen und Fortschritten zu kommen. Mit internationalen Organisationen wird kooperiert, um in einer globalisierten Welt sozialen Fortschritt zu stärken und internationalen Handel auszubauen.

(Foto: Wikipedia/GNU-Lizenz/Peter Stehlik)

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