Wettbewerbsregion Mecklenburg-Vorpommern

(05.05.2012)
P.T. Sonderausgabe 1/2012

Im Nordosten Deutschlands gelegen, ist das Land mit gerade 1,6 Millionen Einwohnern das am dünnsten besiedelte und am ländlichsten geprägte deutsche Bundesland. Ballungsräume, in denen das Leben dynamisch sprudelt, sehen anders aus. Entsprechend schwer fiel hier der Strukturwandel in den 90er Jahren. Traditionell sind im Industriesektor Mecklenburg-Vorpommerns die maritime Industrie und die Lebensmittelindustrie vorherrschend. Darüber hinaus spielen Landwirtschaft, Tourismus und der Gesundheitssektor eine große Rolle.

Platz 1 in Deutschland!

Im wissenschaftlichen Bundesländerranking 2011 der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) und der WirtschaftsWoche belegt Mecklenburg-Vorpommern mit 60 Punkten Platz 3 im Dynamikvergleich aller 16 Bundesländer. Bundesweit lag die Ausbildungsplatzdichte 2010 bei 101,8. Das war Platz 1 in Deutschland! Mecklenburg-Vorpommern ist im Bereich der erneuerbaren Energien unter den Spitzenreitern in Deutschland, sowohl was die Stromproduktion, als auch die Fertigung von Windenergie- und Solaranlagen angeht. In einem durchschnittlichen Windjahr können bereits bis zu 40 Prozent des Strombedarfs im Bundesland durch Windenergie gedeckt werden.

Langjährige Zusammenarbeit

Seit dem Jahr 2003 wird der Wettbewerb „Großer Preis des Mittelstandes“ auch in Mecklenburg-Vorpommern verliehen. Mit dem Wirtschaftsministerium und den Industrie- und Handelskammern verbindet die Oskar-Patzelt-Stiftung eine langjährige, enge Zusammenarbeit. Minister Jürgen Seidel war mehrfach Gast und Schirmherr der Veranstaltungen: „Die kleinen und mittleren Unternehmen in Mecklenburg-Vorpommern sind das Fundament unserer Wirtschaft und erarbeiten mehr als drei Viertel der Umsätze. Sie schaffen Arbeitsplätze und stellen Ausbildungsplätze bereit, sie sorgen für wirtschaftliche Erneuerung und sind mit Innovation und Wachstum verbunden. Sie gehören ins Zentrum der Wirtschaftspolitik. Die mittelständischen Unter­nehmen in Mecklenburg-Vorpommern sind fest in der Region verankert. Sie unterstützen Sport, Kultur und Bildung vor Ort, tragen Verantwortung für ihre Mitarbeiter und deren Familien. Sie übernehmen damit Verantwortung für die Zukunft.“

80 Firmen nominiert

Karsten Liefländer in Stralsund, Christian Weiß in Rostock, Torsten Haasch in Neubrandenburg, Berit Steinberg in Ludwigslust und Wolf-Helmut Sieg aus Gudow sind vor Ort als regionale Servicestellen oder Botschafter Ansprechpartner für die Belange der Stiftung. 80 Firmen wurden dieses Jahr zum Wettbewerb nominiert. Darunter sind zum „Premier“ nominierte Preisträger wie die Unternehmensgruppe Manfred Eggert, der Campingplatz Pommernland GmbH, die folian GmbH aus Groß Lüdershagen, die Dockweiler AG aus Neustadt-Glewe, die SIV.AG aus Roggenthin oder die Seetel Hotel GmbH & Co. Betriebs KG aus Seebad Ahlbeck oder Finalisten der Vorjahre wie die Schoeller Arca Systems GmbH aus Schwerin und die hkc GmbH aus Rostock.

„MV tut gut.“

Ein Land wie Mecklenburg-Vorpommern muss besonders rührig sein, damit es überregional wahrgenommen wird. Die Landesmarketingkampagne Mecklenburg-Vorpommerns mit dem Slogan „MV tut gut.“ präsentiert Mecklenburg-Vorpommern als „norddeutsch“, „maritim“ und Land mit „Freiraum“. Unter dem Dach des Landesmarketing werden die Themen Gesundheit, Ernährung, Tourismus, Kultur, Wissenschaft und Bildung mit gemeinsamem Absender präsentiert. Die Marketing-Kampagne wurde unter anderem 2007 mit dem European Excellence Award, dem Politik­award sowie durch den Bundesverband deutscher Pressesprecher ausgezeichnet.

Die Stärken im Nordosten

Es hat sich mittlerweile herumgesprochen, dass die Stärken im Nordosten Deutschlands einfach andere sind als beispielsweise im Ruhrgebiet oder in Hamburg. "Das Ansiedlungsvorhaben des Nahrungsmittelkonzerns Nestlé in Schwerin sendet ein positives Signal an deutsche und internationale Inves­toren: Wenn ein Weltkonzern hier einen dreistelligen Millionenbetrag in sein europaweit größtes Bauprojekt fließen lässt, zeigt das, für wie exzellent große Industrieunternehmen die Standortvorteile in Mecklenburg-Vorpommern bisher halten", bewertet Hans-Dieter Bremer, Präsident der Vereinigung der Unternehmensverbände in Schwerin die beispielgebende Wirkung der neuen Industrieansiedlung in Schwerin.

Große Player, kleine Spieler

Wie überall kommt es auf den Mix von großen Playern und kleinen Spielern an, auf das Engagement der einzelnen Persönlichkeiten in Führungs- und Unternehmensverantwortung. Genau diesem Zusammenspiel dient der Wettbewerb „Großer Preis des Mittelstandes“. Das Wirtschaftsministerium nominierte dieses Jahr unter anderem die 1998 in Rostock gegründete Cortronik GmbH & Co. KG. Als selbstständiges, hoch innovatives Unternehmen vertreibt Cortronic biomedizinische Implantate, Biomaterialien und sonstige Medizinprodukte. Die fast 200 Mitarbeiter produzieren zum Beispiel wöchentlich bis zu 4.000 Stents zur Erweiterung und Stabilisierung verengter Blutgefäßen. Die IHK Rostock nominierte unter anderem die Störtebeker Braumanufaktur GmbH und den Erlebnis-Bauernhof Kliewe, der es in 20 Jahre stetiger unternehmerischer Entwicklung schaffte, die „Pommerngans“ zu einem Markenzeichen der Region zu etablieren.

Das 5. Erfolgsgeheimnis

Die Teilnehmer des Wettbewerbs „Großer Preis des Mittelstandes“ kommen aus allen Branchen. Von der klassischen Industrie über Dienstleistung und Handel bis zum Handwerk. Entsprechend unterschiedlich fällt der jeweilige Kapitalbedarf je Arbeitsplatz aus. Ist er im Handwerk und bei reinen Dienstleistern verhältnismäßig gering, erreicht er in der Energiewirtschaft oder in der Chemieindustrie sechs- bis siebenstellige Beträge.

Kapital akkumulieren

Langfristiger Erfolg setzt ausreichendes Stammkapital und stabile (steigende) Eigenkapitalquote voraus. Wettbewerbsteilnehmer haben hier im Durchschnitt des deutschen Mittelstandes die Nase vorn. Sie haben sich von den Diskussionen um Basel II und Weltfinanzkrise nicht irritieren lassen, sondern ihre Hausaufgaben gemacht: Kontinuierliche Überprüfung der Firmen- und Kostenstrukturen und stetige Sicherung der Eigenkapitalquote machen unabhängig von den Wirrungen der Finanzmärkte und der jeweiligen Wirtschaftspolitik.

(Foto: Folker-Timmermann/pixelio)

Panorama-View von Greifswald (Foto: Wikimedia/GNU/TanteInge)