Wettbewerbsregion Hessen

(04.05.2012)
P.T. Sonderausgabe 1/2012

Hessen – das ist nicht nur die Banken-Skyline in Frankfurt am Main. Das Rhein-Main-Gebiet besitzt nach dem Ruhrgebiet die größte Industriedichte in Deutschland. Es gehört vor allem mit seinen südlichen Landesteilen zu den am dichtesten besiedelten und wirtschaftsstärksten Regionen Deutschlands. Das alles ist die natürliche Folge jahrzehntelanger systematischer Inves­titionen. Es ist das Resultat kluger Wirtschaftspolitik und engagierter Unternehmerpersönlichkeiten.

Ein neues altes Bundesland

Mit Hessen verbindet die Oskar-Patzelt-Stiftung seit dem Jahr 2000 eine tiefe Beziehung. Hier, in Frankfurt/M., fand im September des Jahres 2000 erstmals ein Bundesball der Oskar-Patzelt-Stiftung außerhalb der neuen Bundesländer statt. Der Slogan hieß damals: „Wir machen ein altes Bundesland zu einem neuen!“ Der Test war erfolgreich. Ein Jahr später ging der Wettbewerb auch nach Berlin/Brandenburg und 2002 erfolgte die Ausschreibung erstmals für die gesamte Bundesrepublik in zwölf Wettbewerbsregionen. Staatssekretär Herbert Hirschler vertrat den Wirtschaftsminister Dieter Posch, der die Schirmherrschaft übernommen hatte.

Der erste Kuratoriumsvorsitzende

Aus Frankfurt/M. kam auch der erste Kuratoriumsvorsitzende der Stiftung, Generalkonsul Helmut K. Holz. Aus Hessen, und zwar aus Kirchhain bei Marburg, kommt die heutige Kuratoriumsvorsitzende, die Unternehmerin Angelika Aschenbrenner, die mit ihrer Firma  Aschenbrenner Werkzeug- und Maschinenbau GmbH selbst Preisträgerin des Wettbewerbs ist. Ministerpräsident a.D. Roland Koch und heute Ministerpräsident Volker Bouffier ließen es sich nicht nehmen, selbst die Schirmherrschaft für die Wettbewerbsregion Hessen zu übernehmen.

Leistungsträger Mittelstand

„Gerade im Mittelstand finden sich die Leistungsträger der sozialen Marktwirtschaft. Die hessischen mittelständischen Unternehmen zeichnen sich durch Innovationskraft, rasche Anpassungsfähigkeit an neue Entwicklungen und Kundenorientierung aus. Gleichzeitig ist Vielfalt ein Charakteristikum des Mittelstandes. Unterschiedliche Betriebsgrößen, Kundenstrukturen und Branchenzugehörigkeiten sowie unterschiedlich ausgeprägte Exportorientierungen kennzeichnen die mittelständischen Unternehmen. Insgesamt hat der Mittelstand für unser Land also eine außerordentliche wirtschaftliche Bedeutung.“ erklärte Volker Bouffier.Die Commerzbank AG Frankfurt/M., die Industrie- und Handelskammern Gießen-Friedberg, Wiesbaden, Fulda,  mehrere Landkreise und Städte, darunter Wiesbaden und Frankfurt/M., zahlreiche Firmen, Wirtschaftsförderer und Vereine wie die Gesellschaft deutscher Lebensmitteltechnologen e. V. griffen auch dieses Jahr die Ausschreibung zum Wettbewerb auf und nominierten insgesamt 191 Unternehmen und Institutionen zum Wettbewerb 2012.

Seit der 1. Stunde aktiv

Aktiv seit der 1. Stunde ist zum Beispiel Siegfried Franke von der Wirtschaftsförderung und Regionalmanagement Waldeck-Frankenberg GmbH, der auch als regionale Servicestelle der Stiftung vor Ort aktiv ist. Einer der berühmtesten Preisträger seiner Region ist die 1820 gegründete Fingerhaus GmbH. Im Jahr 2000 als Preisträger ausgezeichnet, wurde das Unternehmen 2006 „Premier-Finalist“, 2009 „Premier“ und ist aktuell für die Premier-Ehrenplakette nominiert. Aus Diemelstadt kommt die Okel GmbH & Co. KG, die sich vom einfachen Malerhandwerk zu einem überregional gefragten Spezialisten für Spezialakustikwände entwickelt hat. „Wir verleihen Räumen Charakter“.

Modeprinz Harald Glööckler

Nominiert zum Premier ist auch die Kasseler Firma espas GmbH, deren Spielgeräte und Stadtmobiliar europaweit exportiert werden. Die Marburger Traditionsfirma Marburger Tapetenfabrik J.B. Schaefer GmbH & Co. KG wurde 2009 ausgezeichnet und ist für den Premier nominiert. Mit ihren abhörsicheren Tapeten sind die Botschaften rund um die Welt ausgestattet – nur die deutschen Botschaften noch nicht. Traditionsbewusst und hochinnovativ – so sind die Marburger. Das zeigt sich zum Beispiel in der Designzusammenarbeit mit Mode-Shootingstar Harald Glööckler.

Von Wiesbaden nach Hongkong

Nominiert sind auch Finalisten der Vorjahre, zum Beispiel das Genie-Team der Dieter Gerth GmbH aus der Landeshauptstadt Wiesbaden. Der international agierende Großhändler für elektrischen und elektronischen Bürobedarf sowie Multimedia-Artikeln wurde 1995 gegründet und ist auch in Hongkong mit einem eigenen Büro vertreten.

Erfolge sind gesichert

In Hessen versteht man es, Rahmenbedingungen so zu setzen, dass Erfolge gesichert sind. Das zeigt sich auch in der Tatsache, dass mehrere Institutionen für die Sonderpreise „Kommune des Jahres“ bzw. „Bank des Jahres“ nominiert wurden: Die Stadt Wanfried, die VR Bank HessenLand eG und die Volksbank Heuchelheim eG.

Das 4. Erfolgsgeheimnis:

Die Teilnehmer des Wettbewerbs „Großer Preis des Mittelstandes“ investieren, so wie das ganze Land Hessen. Häufig antizyklisch, immer am eigenen Zukunftsbedarf orientiert. Es geht nicht nur um technische und immobile Inves­titionen, sondern auch um „weiche“ Investitionen in Know-how, Personal, Infrastrukturen etc. Sie tun das, weil sie ihre eigene Zukunft selbst gestalten. Aus diesem Grunde sehen sie ihre eigene Zukunft meistens positiv, selbst dann, wenn gerade Krisenstürme über die Märkte jagen.

Investitionen schaffen Sicherheit

Erfolgreiche Unternehmen sichern sich über rechtzeitig realisierte und solide finanzierte Investitionen einen Vorsprung am Markt. 99 Prozent aller Teilnehmer, das sind doppelt so viele Unternehmen wie im Durchschnitt, weisen daher jährlich Investitionen auf. Voraussetzung solcher kapitalintensiven Zukunftssicherungen ist eine ausreichende Eigenkapitalquote. Diese ist bei den Wettbewerbsteilnehmern deutlich höher als im deutschen Durchschnitt und liegt nicht selten bei 50 Prozent.

Die Frankfurter Skyline bei Nacht (Foto: Wikimedia/ GNU/Mylius)

Burkhard Okel, Geschäftsführender Gesellschafter, Okel GmbH & Co. KG (Foto: event Diary)

Volker Bouffier ist Schirmherr für die Wettbewerbsregion Hessen