Wettbewerbsregion Berlin/Brandenburg

(03.05.2012)
P.T. Sonderausgabe 1/2012

Berlin ist Weltstadt der Kultur, Politik, Medien und Wissenschaften. Sie ist ein wichtiger europäischer Verkehrsknotenpunkt und eine der meistbesuchten Städte des Kontinents. Institutionen wie die Universitäten, Forschungseinrichtungen und Museen genießen internationalen Ruf. Zu den Wachstumsbranchen zählen Kreativ- und Kulturwirtschaft, Tourismus, Biotechnologie, Medizintechnik, pharmazeutische Industrie, Medien/Informations- und Kommunikationstechnologie, Verkehrssystemtechnik, Optik, sowie Energietechnik. Über 80 Prozent der Unternehmen Berlins sind Dienstleister.

Ausgeprägte Zusammenarbeit

Die Fusion in ein gemeinsames Land Berlin-Brandenburg scheiterte zwar in den 90er Jahren, das tat aber dem institutionellen Vereinigungsprozess keinen Abbruch. Nach und nach wurden Behörden und Gerichte zusammengelegt oder für beide Länder als zuständig erklärt. In keiner anderen Metropolregion Deutschlands ist die Zusammenarbeit bei öffentlichen Aufgaben so ausgeprägt wie hier. Die Metropolregion Berlin/Brandenburg ist auch im Rahmen des Wettbewerbs „Großer Preis des Mittelstandes“ eine gemeinsame Wettbewerbsregion. Für die sechs Millionen Einwohner der Hauptstadt Berlin und des Landes Brandenburg gibt es eine gemeinsame Jury und eine gemeinsame Ausschreibung von jährlich drei Preisträgern und fünf Finalisten.

Helmut Schmidt und Roman Herzog

Im Jahr 2001 wurde der Wettbewerb erstmals auch für Berlin/Brandenburg ausgeschrieben. Die Auszeichnungsgala und der Bundesball fanden im Estrel statt. 2002 übernahmen Bundeskanzler a.D. Helmut Schmidt und 2003 Bundespräsident a.D. Roman Herzog die Schirmherrschaft über den Wettbewerb. Ulrich Junghanns, Wirtschaftsminister Brandenburgs a.D. Dr.-Ing. Victor Stimming, Vorsitzender der Landesarbeitsgemeinschaft der Industrie- und Handelskammern des Landes Brandenburg und Präsident der IHK Potsdam sowie Ralf Christoffers, Wirtschafts- und Europaminister Brandenburgs arbeiten im Präsidium der Oskar-Patzelt-Stiftung mit. Mit den Industrie- und Handelskammern und den Handwerkskammern Brandenburgs verbindet die Oskar-Patzelt-Stiftung eine inzwischen langjährige vertrauensvolle Zusammenarbeit.

Vor Ort für die Stiftung

Vor Ort sind in Berlin David Kremers, in Westbrandenburg der ehemalige Pressebeauftragte der IHK Potsdam Bernd Schenke und in Ost- und Südbrandenburg Knut Deutscher, der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Cottbus, als regionale Servicestellen der Oskar-Patzelt-Stiftung tätig. Prof. Dr. Jörn-Axel Meyer; Vorstandsvorsitzender und Wissenschaftlicher Direktor des Deutschen Instituts für kleine und mittlere Unternehmen (DIKMU), Berlin, leitet den Wissenschaftlichen Beirat der Oskar-Patzelt-Stiftung.

Auf den Mittelstand kommt es an

Klaus Wowereit, der Regierende Bürgermeister von Berlin, sagte: „Auf den Mittelstand kommt es an. Er ist nicht nur Träger von Wachstum, Ausbildung und Beschäftigung, er verfügt auch über die Flexibilität und Innovationskraft, um eine fundamentale Krise zu überstehen. Das hat sich vor allem auch in Berlin gezeigt, das dank vieler kleinerer und mittlerer innovativer Firmen gestärkt aus der Krise hervorging. Insofern haben alle Betriebe einen Preis verdient, die die vergangenen Jahre strategisch genutzt haben, um Mitarbeiter zu qualifizieren, Geschäftsprozesse zu optimieren oder ganz gezielt den Kontakt zur Wissenschaft gesucht haben, um mit neuesten Erkenntnissen die Basis für die nächsten Innovationen zu legen. Meine Gratulation gilt allen Gewinnern, zu denen auch die Unternehmen zu zählen sind, die für die begehrte Auszeichnung nominiert wurden. Zumal die Erfahrung zeigt: Wer heute „nur“ dabei war, kann schon morgen zu den Preisträgern gehören.“

Der wichtigste Wirtschaftspreis in Deutschland

Und Brandenburgs Wirtschafts- und Europaminister Ralf Christoffers meinte: „Was für mich den besonderen Charme dieses Mittelstandspreises ausmacht, sind die Wettbewerbskriterien. Nicht nur die Gesamtentwicklung des Unternehmens, die Schaffung von Arbeits- und Ausbildungsplätzen oder die innerbetriebliche Modernisierung und Innovation werden bewertet, sondern auch das Engagement des Unternehmens in der Region. Unternehmen können auf diese Weise deutlich machen, dass sie sich nicht nur als wirtschaftlicher Teil ihrer Region verstehen, sondern ein wichtiger Teil des gesellschaftlichen Lebens sind. Als Schirmherr für das Land Brandenburg wünsche ich nicht nur den brandenburgischen Unternehmen, sondern allen Nominierten viel Erfolg dabei, in den Kreis des „ausgezeichneten Mittelstands“ zu gelangen. Aber auch die Nominierung selbst ist schon eine besondere Anerkennung und sollte Ansporn für die weitere Arbeit geben.“

Nominiert und ausgezeichnet

Mehr als 100 Institutionen, Kommunen, Firmen und Bürger aus Berlin und Brandenburg griffen dieses Jahr die Ausschreibung zum Wettbewerb auf und nominierten hervorragende Firmen. Darunter waren die Agenturen für Arbeit Berlin Reinickendorf, Berlin Süd, Neuruppin, die Berlin Tourismus GmbH, die Berliner Volksbank eG, die Bezirksämter Steglitz - Zehlendorf und Treptow- Köpenick, die Bürgschaftsbank Brandenburg GmbH, der BVWM Kreisverband Berlin- Reinickendorf und Spandau, die Deutsche Post AG - Direkt Marketing Center Berlin, zahlreiche Abgeordnete des Deutschen Bundestages, die Fachhochschule Lausitz, die Gebäudereiniger-Innung Berlin, die Handwerkskammern Cottbus und Frankfurt (Oder), die IHKn Berlin, Cottbus, Ostbrandenburg und Potsdam, die Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB), die Kreishandwerkerschaft Teltow- Fläming, die Kreisverwaltung Teltow-Fläming, die Landkreise Märkisch-Oderland und Prignitz, das Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft, die Regionale WFG Dahme Spreewald mbH, die Städte Brandenburg an der Havel, Cottbus, Eisenhüttenstadt, Elsterwerda, Frankfurt (Oder), Ketzin, Luckau, Ludwigsfelde, Oranienburg, Zossen, die Struktur- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft, "Technologie- und Gründerzentrum Fläming GmbH", der Verein Berliner Kaufleute und Industrieller e.V., die Vereinigung Wirtschaftshof Spandau e.V., die Wirtschaftsjunioren Ostprignitz-Ruppin und Teltow-Fläming, WISTA-Management GmbH, die Zukunfts­Agentur Brandenburg GmbH und der ZVEI- Zentralverband Elektrotechnik- und Elektroindustrie e.V. Vergangenes Jahr wurde die Bürgschaftsbank Brandenburg GmbH als „Bank des Jahres“ geehrt, im Jahr 2008 die Kreisverwaltung Teltow-Fläming als „Kommune des Jahres“. Für diesen Sonderpreis „Kommune des Jahres“ wurden nominiert: der Landkreis Dahme-Spreewald und die Städte Brandenburg an der Havel, Luckenwalde und Zossen. Die in Berlin überaus rührige WOLFRAM Bürokommunikation GmbH & Co. KG , Preisträger des Jahres 2003, wurde vergangenes Jahr als Premier geehrt.

Hervorragende Weiterentwicklung

Mehrere der Preisträger der vergangenen Jahre wurden wegen hervorragender Weiterentwicklung in 2012 zur Auszeichnung als „Premier“ nominiert. So zum Beispiel die Bohrlochmessung-Storkow GmbH, die domino-world aus Birkenwerder, FRITZ JAHN Gebäudeservice GmbH & Co. KG aus Berlin, Heckmann Stahl- und Metallbau Ost GmbH aus Eisenhüttenstadt, Hüffermann Transportsysteme GmbH aus Neustadt/Dosse, LASERLINE Digitales Druckzentrum Bucec & Co. Berlin KG, micro resist technology GmbH aus Berlin, deren Gründerin Gabi Grützner 2006 als „Unternehmerin des Jahres“ ausgezeichnet wurde, Ortrander Eisenhütte GmbH, RFT kabel Brandenburg GmbH aus Brandenburg an der Havel, der Premier-Finalist Schoepe Display GmbH aus Dahlewitz, Seramun Diagnostica GmbH aus Heidesee/Wolzig, SIK-Holzgestaltungs GmbH aus Langenlipsdorf, uesa GmbH aus Uebigau-Wahrenbrück, Weihe GmbH aus Berlin oder das Zahnradwerk Pritzwalk GmbH. Zu den 273 Nominierten dieses Jahres gehören zum Beispiel auch der Finalist des Jahres 2009 Plischka Umzüge Potsdam GmbH, die Mounting Systems GmbH aus Rangstorf, 2011 als Finalist ausgezeichnet, Berolina Metallspritztechnik Wesnigk GmbH aus Hennickendorf.

Alleinstellungsmerkmal und Wettbewerbsvorteil

Die einfachste und zudem kostengünstigste Form der Wirtschaftsförderung ist die Nominierung hervorragender Unternehmen zum Wettbewerb „Großer Preis des Mittelstandes”. Damit erhalten diese Unternehmen ein Alleinstellungsmerkmal, einen Wettbewerbsvorteil. Die Nominierung ist zugleich Ansporn und Motivation für andere.  Die öffentliche Diskussion und Berichterstattung dazu weckt Leis­tungspotentiale bei Unternehmen und Beschäftigten,  Ideen und Engagement bei Bürgern. Und das Ganze funktioniert, ohne dass dafür aufwändige Konzepte, Pläne, Arbeitsgruppen, Budgets, Fördergelder oder Fördermittelcontrolling notwendig sind – denn außer einem überschaubaren Zeitaufwand fallen ­keine Kosten an. Zahlreiche Städte und Gemeinden, Verbände und Kammern, Kreditinstitute und Dienstleister, Kunden und Lieferanten nutzen diese Möglichkeit seit Jahren intensiv. Denn auf diese Weise wird zugleich Regionalmarketing betrieben, ohne dass Mehrkosten entstehen.

Das 3. Erfolgsgeheimnis

An der Seite gestandener Mitarbeiter wachsen junge Kräfte heran. Es geht zum einen um die Fachkräfte als solche, und zum anderen um die Entwicklung und Förderung von Führungsqualitäten. Wer sein Handwerk von der Pike auf kennt, dem macht auch später als Chef keiner was vor.

Ausbildung ist Kompetenzsicherung

Erfolgreiche Mittelständler wissen, dass sie sich letztlich nur auf sich selbst verlassen können. Also bilden sie selbst aus, stellen Praktikums-, studentische oder Doktorandenstellen zur Verfügung. Häufig wird über den Eigenbedarf hinaus ausgebildet, oft im Verbund. Es wird mit Übernahmegarantien nach Beendigung der Lehre gearbeitet. Enge Kooperationen sichern die Übernahme von Azubis insolventer Betriebe, Projekte gegen Abwanderung Jugendlicher aus ländlichen Regionen und intensive Kooperationen mit den örtlichen Schulen. Nicht zu vergessen: Intensive Kooperation mit Hoch- und Fachschulen zur Sicherung des ingenieurtechnischen und betriebswirtschaftlichen Nachwuchses.

Der neue Flughafen in Berlin-Brandenburg eröffnet im Juni 2012 (Foto: Dirk Laubner)

Das Sony Center in Berlin (Foto: Harald Hoyer)

Potsdam aus der Luft (Foto: Wikimedia/CC3.0/Wolfgang Pehlemann)

Über den Dächern von Berlin (Foto: lunamtra/flickr.com)