Was 2003 geschah

(17.09.2011)

Im Winter 2002/2003 erreichte die Oskar-Patzelt-Stiftung ein dringender Anruf vom damaligen Direktor des Maritim Hotels Magdeburg, Henrik Müller-Huck. Der erfahrene Hotelier wollte unbedingt mit dieser Preisverleihung für Sachsen-Anhalt die Magdeburger Ballsaison in seinem Hotel eröffnen. Magdeburg war und ist die Landeshauptstadt; das Maritim war und ist das erste Haus am Platz.

Nach einer mehrstündigen Diskussion hatte er die Veranstalter überredet. Die erste Auszeichnungsveranstaltung im Magdeburger Maritim fand im Herbst 2003 statt. Die Entscheidung für dieses Hotel wurde nie bereut. Das lag unter anderem an der engen und fruchtbaren Zusammenarbeit mit dem Küchenteam, dem Restaurantteam, der Direktorin für Marketing und Verkauf sowie der Direktionsassistentin. Diese hervorragende Kooperationsbereitschaft aller Beteiligten ermöglichte im Jahr 2004 die erste Ausrichtung des Mitteldeutschland-Balls der Oskar-Patzelt-Stiftung im Maritim Hotel Magdeburg.

Erstmals bundesweit

Die 9. Oskar-Patzelt-Stiftungstage stehen unter der Gesamtschirmherrschaft von Bundespräsident a. D. Roman Herzog. Schirmherren der Bälle in Mainz, Magdeburg, Berlin und Chemnitz sind die Minister Hans-Arthur Bauckhage und Dr. Horst Rehberger, der Regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit und Ministerpräsident Prof. Dr. Georg Milbradt. Erstmals findet der Wettbewerb „Großer Preis des Mittelstandes“ bundesweit statt. Das war ein großes Risiko für die Organisatoren, die bis dahin nur in Teilen Ostdeutschlands und Hessen aktiv waren. Alle Strukturen und Informationskanäle mussten auf die bundesweite Vernetzung hin entwickelt werden. Deutschland wurde für die Zwecke des Wettbewerbs in insgesamt 12 Wettbewerbsregionen geordnet.

Rheinland-Pfalz und Saarland, Berlin und Brandenburg, Schleswig-Holstein und Hamburg, Niedersachsen und Bremen bildeten insgesamt nicht acht sondern nur vier Wettbewerbsregionen. Für sieben der nunmehr 12 Wettbewerbsregionen mussten Juroren gefunden werden, regionale Servicestellen aufgebaut werden, der Kontakt zu Kommunen, Verbänden, Unternehmen, Medien aufgebaut werden und und und. Das war für die kleine Leipziger Mannschaft eine gewaltige Aufgabe, die aber heute, im Rückblick, als gelungen eingeschätzt werden kann.

Drei Preisträger und fünf Finalisten

Die Kooperation mit zahlreichen regionalen und überregionalen Initiativen und Institutionen nahm Gestalt an. Rund 200 Persönlichkeiten arbeiten heute ehrenamtlich im Kuratorium, im Vorstand, in den Beiräten und in den insgesamt 14 Jurys der Oskar-Patzelt-Stiftung mit. Diese wählen für jede Wettbewerbsregion in der Regel drei Preisträger und fünf Finalisten aus. Bei den drei regionalen Preisverleihungen im Herbst werden die Preisträger und Finalisten von jeweils vier Wettbewerbsregionen ausgezeichnet. Nach diesen regionalen Gala-Abenden folgt die Bundesveranstaltung, auf der die deutschlandweit ausgeschriebenen Sonderpreise verliehen werden.

Apropos: 2003 erfolgte auch die Einrichtung eines ganz neuen Organs der Oskar-Patzelt-Stiftung: das Präsidium. Ihm gehören beim Start Dr. Hanspeter Georgi (Wirtschaftsminister Saarland), Ulrich Junghanns (Wirtschaftsminister Brandenburg), Dr.-Ing. Victor Stimming (Vorsitzender der Landesarbeitsgemeinschaft der Industrie- und Handelskammern des Landes Brandenburg und Präsident der IHK Potsdam) sowie Jürgen Preiss-Daimler, Gründer und tätiger Hauptgesellschafter der PD-Unternehmensgruppe an.

2.060 Unternehmen werden in 2003 von fast 800 Institutionen, Kommunen, Kammern und Verbänden für den Wirtschaftspreis nominiert. Von Hessen abgesehen, fand die erste Preisverleihung für alle alten Bundesländer in der Mainzer Rheingoldhalle im Herbst 2003 statt. Es lag nahe, den Wirtschaftsminister von Rheinland-Pfalz zu bitten, die Schirmherrschaft zu übernehmen. Hans-Artur Bauckhage war einer der wenigen Minister in Deutschland, die unternehmerischen Alltag wirklich kennen.

Von 1978 bis 1996 war er selbstständiger Bäckermeister. Im Land hatte man ihm schon mal den Titel „Mr. Mittelstand“ verliehen. Der Beauftragte des Ministers hörte sich das Anliegen der Oskar-Patzelt-Stiftung an, stellte Fragen, und es ergab sich ein lockeres Gespräch. Die Schirmherrschaft des Ministers schien kein Problem zu sein. Doch nach einer Weile sprach ihn Petra Tröger an: „Ich habe den Eindruck, dass Sie noch auf eine bestimmte Frage warten?“ Die Mimik des Mannes gab ihr Recht. „Sie wollen wissen, wie viel Geld wir zur Durchführung der Veranstaltung bei Ihnen beantragen wollen?“, setzte sie fort. Abermals lag sie richtig.
 
„Und Sie wollen wirklich kein Geld?“

Und schnell sorgte sie für Klarheit: „Ich kann Sie beruhigen. Wir wollen gar kein Geld. Es gehört zu den Grundprinzipien der Stiftung, ihre Veranstaltungen vollständig ohne Steuergelder durchzuführen.“ So etwas war ihm offenbar noch nicht vorgekommen. Ungläubig hakte er nach: „Und Sie wollen wirklich kein Geld?“ – „Nein!“ Hans-Artur Bauckhage und der saarländische Wirtschaftsminister Hanspeter Georgi waren beide Ehrengäste der Veranstaltung am 4. Oktober 2003 in Mainz. Sie sprachen die Gruß- und Abschlussworte und gratulierten während der Verleihung jedem Preisträger persönlich mit Handschlag. Als Moderator des Abends konnte der wortgewandte und fernsehbekannte Star Gunter Emmerlich gewonnen werden. Emmerlich hatte auch die Aufgabe, kleine Small-Talk-Szenen im Publikum zu gestalten. Gunther Emmerlichs trockenen, stets geistreichen und nie verletzenden Humor zu erleben, ist immer aufs Neue ein Genuss. Die Moderationen dieses berühmten Bassisten können von niemandem kopiert werden. Emmerlich ist einfach ein Erlebnis, ganz gleich, ob er Oper, Operette, Musical oder Jazz vorträgt oder moderiert.

Am Tisch der Wirtschaftsminister sprach Emmerlich in Mainz Bauckhage an: „Sie sind ja Minister für Landwirtschaft, Weinbau, Wirtschaft und Verkehr. Das finde ich sparsam. Dafür braucht man woanders mindestens vier Minister.“ Und er setzte fort: „Wenn Sie Weinbauminister sind, dann haben Sie doch sicher einen Trinkspruch für unsere Gäste heute Abend mitgebracht?“ Bauckhage nahm den Ball auf und antwortete: „Nein, nein, ich bin doch kein Sprücheklopfer!“ Darauf Emmerlich: „Wie sind sie denn da Minister geworden?“ – und beide hatten die Lacher im Publikum auf ihrer Seite. Mit der „Goldenen Ehrennadel der Oskar-Patzelt-Stiftung“ werden jedes Jahr Persönlichkeiten geehrt, die sich in besonderem Maße für die Interessen des Mittelstandes und des Wettbewerbs „Große Preis des Mittelstandes“ eingesetzt haben. Auf einem Preisträgertreffen in Leipzig wurde zum Beispiel dem damaligen Oberbürgermeister und späteren Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee die Ehrennadel verliehen.

Zum Flair solcher Abende gehören auch Überraschungen, mit denen die Gäste nicht unbedingt rechnen. Am 25. Oktober 2003 zum Bundesball im Estrel Berlin wurden die Gäste zum Beispiel von südamerikanischem Trommelwirbel des Berliner Kinderorchesters Samba-Kids begrüßt. Zu anderen Gelegenheiten waren Zauberer und Karikaturisten waren da. Comedians unterhielten die Gäste mit Parodien. Feuerwerke und Eisbomben gab es zu sehen – und zu kosten.

Grit Köllmer, Inhaberin, Vernetzte Pflegedienstleistung Grit Köllmer, Ehrenplakette 2007, Preisträger 2003 „Großer Preis des Mittelstandes“

Grit Köllmer, Inhaberin, Vernetzte Pflegedienstleistung Grit Köllmer, Ehrenplakette 2007, Preisträger 2003 „Großer Preis des Mittelstandes“

Mathias Wolfram, Geschäftsführer, WOLFRAM Bürokommunikation GmbH & Co. KG, Premier-Finalist 2006, Preisträger 2003 „Großer Preis des Mittelstandes“

Mathias Wolfram, Geschäftsführer, WOLFRAM Bürokommunikation GmbH & Co. KG, Premier-Finalist 2006, Preisträger 2003 „Großer Preis des Mittelstandes“

Wolfgang Thurau, Geschäftsführer, Köthen Energie GmbH, Preisträger 2003 „Großer Preis des Mittelstandes“

Wolfgang Thurau, Geschäftsführer, Köthen Energie GmbH, Preisträger 2003 „Großer Preis des Mittelstandes“