Vom Problemkind zum Hoffnungsträger

(10.03.2015)
Der Japanische Staudenknöterich ist als Unkraut verschrien. Doch die vielseitige Pflanze bietet viel Potential zur universellen Anwendung in Technik und Wirtschaft

Bei vielen Gartenfreunden und Botanikern ist der Japanische Staudenknöterich nicht sonderlich beliebt: Er wächst stark und schnell, wurzelt breitflächig und setzt sich aufgrund seiner Robustheit erfolgreich gegen heimische Pflanzen durch. Doch genau diese Eigenschaften eröffnen der Pflanze eine bis dato weitreichend unterschätze Karriere als Nutzpflanze. Nicht zuletzt unter dem Aspekt, dass die unglaublich schnell wachsende Pflanze Unmengen CO2 in Biomasse und Sauerstoff verwandeln kann, sollte sie nicht etwa vernichtet, sondern genutzt werden! Möglich ist das zum Beispiel hier:

Bauwirtschaft:  Der Knöterich besitzt hervorragende wärmedämmende und schallisolierende Eigenschaften, die bspw. im Fertighausbau für eine neue Qualität von Wärme-  und Schallschutz sorgen können.

Bauwirtschaft/Gebäudereinigung:  Durch den in der Pflanze hoch konzentrierten Wirkstoff Resveratrol lassen sich moos-, algen- und pilzabweisende Farben, Putze oder Anstriche realisieren. Anwendungsmöglichkeiten gibt z.B. es in sanitären wie auch medizinischen Bereichen.

Energiewirtschaft: Fallopia japonica ist sehr energiehaltig (3 bis 4 mal so viel Energie wie Mais) und wächst zudem schnell nach. Als Energieträger kann er so neue Maßstäbe in den Bereichen Biokraftstoff, Hausenergie bzw. erneuerbare Energien setzen.  

Pharma- und Kosmetikindustrie: In keiner momentan bekannten Pflanze ist der Jungbrunnen-Stoff Resveratrol  in höherer Konzentration vorhanden als im japanischen Staudenknöterich. Hier ergeben sich weitreichenden Nutzungsmöglichkeiten.      

Architektur/Bauingenieurswesen:  Die Stängel der Pflanze verfügen über eine hohe Festigkeit bei einem geringen Gewicht (innen hohl, ähnlicher Wuchs wie Bambus). Nicht nur erdbebensichere Bauelemente für Fertigteilhäuser ließen sich damit kostengünstig realisieren, sondern auch marine Anwendungen wie schwimmende Häuser, Pontons o.ä.       

In Zeiten knapper werdender fossiler Ressourcen, wachsender Nachfrage nach regenerierbaren Rohstoffen sowie des gesellschaftlichen Wertewandels hin zu hundertprozentig ökologischen und nachhaltigen Produkten
erfüllt der Japanische Staudenknöterich wie keine andere Nutzpflanze in der Geschichte die Bedürfnisse moderner Zivilisation, er ist die Zukunft.

Unternehmer, die an dieser Zukunft teilhaben wollen, sollten sich auf den Weg nach Leipzig zum Wirtschaftsforum machen. Hier erfahren Sie am 24. April alles zu technischen Voraussetzungen und Potenzialen der industriellen Verwertung des Japanischen Staudenknöterichs und können Teil einer Idee werden, die sprichwörtlich in den Himmel schießt. 

Weitere Informationen zum Innovationsprojekt der Oskar-Patzelt-Stiftung betreffs des Japanischen Staudenknöterichs finden Sie im Opens external link in new windowP.T. Magazin oder auf unserer Opens external link in new windowTagungsseite

Foto: Udo Schmidt/Flickr.com/CC BY-SA 2.0