Unter den TOP 10

(04.09.2012)
„Der Große Preis des Mittelstandes“ wurde in die Bestenliste der deutschen Teilnehmer am „Europäischen Unternehmensförderpreis“ aufgenommen

Die EU-Kommission prämiert mit dem „Europäischen Unternehmensförderpreis“ europaweit herausragende Leistungen von öffentlichen Institutionen und öffentlichprivaten Partnerschaften. Der deutsche Vorentscheid 2012 wurde vom RKW Kompetenzzentrum (Eschborn) durchgeführt.  

Die Initiative „Großer Preis des Mittelstandes“ der Oskar-Patzelt-Stiftung erreichte die TOP 10 des nationalen Vorentscheids.

Förderung des Unternehmergeistes

Bei diesem europaweiten Wettbewerb geht es nicht um den Vergleich von Unternehmen, sondern um den Vergleich von Initiativen, die sich der Förderung der Unternehmen, des Unternehmergeistes in der Gesellschaft und des unternehmerischen Umfelds verschrieben haben.  

Die Oskar-Patzelt-Stiftung nahm in der Hauptkategorie „Förderung des Unternehmergeistes“ teil.

Die TOP 10, für die sich die Juroren entschieden haben:

  • „Fachnetzwerk Schülerfirmen“ der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung
  • Projekt „small business management“ der Universität Duisburg-Essen
  • Funpreneur-Wettbewerb der Gründungsförderung der FU Berlin
  • Wettbewerb „Großer Preis des Mittelstandes“ der Oskar-Patzelt-Stiftung
  • InnovationsAgentur der Handwerkskammer Hamburg
  • Projekt „juEX - junge Existenzgründerinnen in Sachsen-Anhalt“ des Landesfrauenrats Sachsen-Anhalt e. V.
  • Wettbewerb „Jugend gründet“ des Steinbeis-Innovationszentrums für Unternehmensentwicklung an der Hochschule Pforzheim
  • Projekt „Menschen in Beschäftigung 2.0“ der Waldkircher Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft gGmbH
  • das „Steinfurter Modell“ der Wirtschaftsförderungs- und Entwicklungsgesellschaft Steinfurt mbH sowie
  • die TUM Spring School der UnternehmerTUM GmbH.

Die Ausgangslage

Trotz krisenhafter weltwirtschaftlicher und volkswirtschaftlicher Entwicklungen hat der unternehmerische Mittelstand in den letzten Jahren Millionen neuer und zusätzlicher Arbeitsplätze geschaffen. Diese gewaltigen Leistungen werden in der Öffentlichkeit jedoch kaum wahrgenommen. Praktisch jedes Großunternehmen hat seine historische Wurzel in kleinen Unternehmen.

Herausforderungen

Es war das Ziel, im besten Sinne Corporate Citizenship zu verwirklichen durch eine Initiative aus der (mittelständischen) Wirtschaft für die (mittelständische) Wirtschaft, für Arbeitsplätze und Ausbildung, regionales Engagement und Innovation. Der Wettbewerb repräsentiert den Mittelstand in seiner ganzen Breite über alle Branchen hinweg.

Die komplett unentgeltliche Wettbewerbsteilnahme sichert ab, dass sich niemand in den Wettbewerb einkaufen kann und dass niemand unmittelbar an der Wettbewerbsdurchführung profitieren kann. Das bedeutet komplett ehrenamtliche Arbeit.

Zielsetzung

  • Respekt und Achtung vor unternehmerischer Verantwortung fördern
  • Förderung einer Kultur der Selbstständigkeit, Motto „Gesunder    Mittelstand – Starke Wirtschaft – Mehr Arbeitsplätze“
  • Präsentation und Popularisierung der Erfolge engagierter Unternehmerpersönlichkeiten
  • Förderung von Netzwerkbildungen im Mittelstand … und das regional und bundesweit.

Kreative Lösungen

Bundesweite Ausschreibung: Die 16 Bundesländer wurden in zwölf Wettbewerbsregionen organisiert. Betreuung vor Ort durch über 40 regionale ehrenamtlich tätige Servicestellen. Entscheidung über die Auszuzeichnenden durch regionale Jurys mit mehr als 100 ehrenamtlich Mitwirkenden.

Ausführliche mehrstufige Unterstützungsprogramme für nominierende Institutionen und nominierte Firmen. Hauptziele: Motivationsschub für Unternehmer und Belegschaften, öffentlichen Diskussion.

Umsetzung

Die Prinzipien sind im Corporate Governance Kodex geregelt:

  • Die Stiftung sorgt für größtmögliche Transparenz aller Entscheidungsprozesse durch die Wettbewerbsorganisation im Portal Opens external link in new windowwww.kompetenznetz-mittelstand.de
  • Aus der Unentgeltlichkeit der Wettbewerbsteilnahme folgt die Ehrenamtlichkeit der Organisatoren. Finanziert wird ausschließlich per Civil-Private-Partnership.
  • Der Umgang mit Interessenkonflikten und der Umgang mit Sponsoren sind geregelt. Das Qualitätsmanagement dieser Regelungen wurde nach DIN ISO 9001:2008 zertifiziert.
  • Sicherung der Nachhaltigkeit der Wettbewerbsaktivitäten als ergänzendes Arbeitsprinzip
  • Kooperative Grundhaltung gegenüber allen potentiellen Partnern (Stakeholdern)

Ergebnisse

Über tausend Kommunen, Institutionen, Vereinigungen und Abgeordnete greifen die Ausschreibung auf und nominieren jährlich rund 3.500 hervorragende mittelständische Unternehmen, die 1,345 Millionen Mitarbeiter beschäftigen und ihre Beschäftigung in den fünf vergangenen Jahren – trotz Krise! – um 39 Prozent erhöhen konnten. Ihre durchschnittliche Ausbildungsquote beträgt 5,9 Prozent. Sie realisierten doppelt so viele Investitionen wie der Durchschnitt der KMU, haben eine erheblich bessere Eigenkapitalquote erwirtschaftet, sind hoch innovativ und teilweise Hidden Champions der Weltmärkte und sind fest in ihrer Region verwurzelt, was in zahlreichen regionalen Engagements zum Ausdruck kommt. Sie erwirtschaften jährliche Steuer- und Abgabenzahlungen in Höhe von 28 Milliarden Euro.  

Die Juryfragebögen haben sich inzwischen zu einem ergänzenden – kostenfreien – Führungs- und Managementinstrument für die Unternehmen entwickelt. Eine Benchmarkstudie des isw-Instituts Halle rankte den Wettbewerb unter über 500 Wirtschaftswettbewerben in Deutschland auf Platz 1. Die WELT schreibt, der „Große Preis des Mittelstandes“ sei „deutschlandweit die begehrteste Wirtschaftsauszeichnung“.

Mehr als 40 Bücher, 50 Youtube-Videos, 40 Wikipedia-Artikel und mehrere hunderttausend Google-Fundstellen im Netz berichten über den Wettbewerb „Großer Preis des Mittelstandes“, bzw. seine Teilnehmer. Die nominierenden Institutionen schätzen die Möglichkeit, durch Vorschläge zum Wettbewerb die Wirtschaftsförderung vor Ort (durch Motivation) und bundesweites Regionalmarketing auf einfachste, kostengünstigste Weise zu verbinden. Zahlreiche Firmen koppeln die besondere Motivationswirkung dieses Wettbewerbs zurück.  

Auf internationalen Messen ist die Tatsache einer Nominierung und erst recht einer Auszeichnung in diesem Wettbewerb inzwischen ein besonderer Blickfang und Gesprächsthema. Die Präsidentin des Bayerischen Landtages, Barbara Stamm, sagte deshalb: „Wer hier nominiert wurde, hat allein durch diese Auswahl bereits eine Auszeichnung 1. Güte erhalten.“

Erfolgsfaktoren

  • komplett unentgeltliche Teilnahme am Wettbewerb, die ein „Einkaufen“ in den Wettbewerb ebenso verhindert wie seinen Missbrauch zugunsten finanzieller Interessen Einzelner
  • Partnerschaftliche, ehrenamtliche Organisation mit mehr als 200 Mitwirkenden in 14 Jurys, 40 regionalen Servicestellen und weiteren Gremien wie Beiräten, usw.
  • Komplett private Finanzierung, unabhängig vom Goodwill staatlicher Subventionen oder Konzernfinanzierungen
  • Entwicklung zahlreicher Möglichkeiten der unmittelbaren, konkreten Nutzung des Wettbewerbs als Marketing- und als Führungs- und Managementinstrument der Unternehmen und Institutionen
  • Grundsätzlich kooperative Haltung gegenüber allen Gleichgesinnten auf allen Ebenen von der Gemeindeverwaltung bis zum Abgeordneten des Europäischen Parlaments, Bottom-Up-Prinzip der Einbeziehung von Mitwirkenden

Einbeziehung von Stakeholdern

Die öffentliche Ausschreibung fördert die Beschäftigung mit dem Thema „Think small first“. Die Stiftungsarbeit funktioniert gerade DURCH die Einbeziehung von Stakeholdern und Interessenvertretern, da die ganzjährige Wettbewerbsarbeit ehrenamtlich geleistet wird. Dazu gehören auch Arbeitnehmer-, Bildungs- und wissenschaftliche Einrichtungen in der ganzen Breite. All diese Gruppen profitieren von diesem Wettbewerb. Aufgrund dessen wird auch die Beziehung der lokalen Unternehmen zu den lokalen Interessengruppen befördert und das unternehmerische Klima insgesamt positiv beeinflusst. Deshalb ist der Wettbewerb so nachhaltig in der Beteiligung.

Zukunftsplanung

  • Nahziel: „Qualitätsoffensive 2014“: Es gilt, den Platz 1 unter den 500 deutschen Wirtschaftswettbewerben auszubauen.
  • Ein mögliches Fernziel ist die Übertragung des Wettbewerbs auf andere europäische Länder und damit die Übertragung des Motivations- und Unterstützungspotentials dieses Wettbewerbs unter der Philosophie „Think small first“ auf den gesamten EU-Raum (analog dem Wettbewerb „Entrepreneur des Jahres“ der 1986 in den USA gestartet wurde, seit 1996 in Deutschland verliehen wird und inzwischen in 50 Ländern weltweit vergeben wird)

Übertragbarkeit

Der Wettbewerb und seine originäre Organisation ist prinzipiell auch auf andere europäische Regionen übertragbar. Davon zeugt nicht zuletzt die Entwicklung in Deutschland. In mehreren Regionen wurden in den letzten Jahren regionale Wettbewerbsinitiativen gestartet, die sich bewusst und teilweise kopierend an den Wettbewerb „Großer Preis des Mittelstandes“ anlehnten. Für den 18. Wettbewerb 2012 wurden insgesamt 3.589 Unternehmen nominiert, von denen 817 die Juryliste erreichten. Auf den Bällen in Düsseldorf, Würzburg, Dresden und Berlin im September und Oktober 2012 werden dann die begehrten Auszeichnungen vergeben.

(Foto: Boris Löffert)

Das Qualitätsmanagement der Stiftung wurde nach DIN ISO 9001:2008 zertifiziert

Im Jahr 2008 wurde dem Vorstandsvorsitzenden der Oskar-Patzelt-Stiftung und Initiator des Wettbewerbs „Großer Preis des Mittelstandes“, Dr. Helfried Schmidt die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen (Foto: OPS Netzwerk GmbH)

Der "Europäische Unternehmensförderpreis 2012", bzw. die "European Enterprise Promotion Awards 2012" (vormals: European Enterprise Awards) der EU-Kommission prämiert herausragende Leistungen von Behörden und öffentlich-privaten Partnerschaften (Grafik: www.europaeischer-unternehmensfoerderungspreis.de)