„Packen Sie es an!“

(27.03.2012)
Infoveranstaltung zum „Großen Preis des Mittelstandes“ am 23.3.2012 in Schönheide

Im Jahr 2010 investierte die Firma Bibliothekseinrichtungen Lenk GmbH aus Schönheide/Sachsen in den Um- und Neubau eines Schulungs- und Konferenzzentrums für Bibliotheken – ein idealer Ort auch für Tagungen und Treffen aller Art, die Mittel-Bar im Erzgebirge. Wie schon im Vorjahr hatten drei Preisträger aus dem Erzgebirge und dem Vogtland nominierte Firmen des Wettbewerbs „Großer Preis des Mittelstandes“ eingeladen, um sie zu informieren, was es mit diesem Preis auf sich hat. Bibliothekseinrichtungen Lenk GmbH (Preisträger 2011), die Erzgebirgssparkasse (Premier-Bank 2011) und die Paracelsus-Klinik Reichenbach (Preisträger 2011) berichteten.

Jürgen Lenk eröffnete mit einer sehr persönlichen Begrüßung und beantwortete gleich alle Fragen, die einem „neuen“ Wettbewerbsteilnehmer nach seiner Nominierung durch den Kopf gehen:

  1. Ich bin nominiert: Was bedeutet das?

Aha - Da wollte mir jemand einen Gefallen tun. Ich bin positiv aufgefallen. Im Falle von Jürgen Lenk war es die Wirtschaftsförderung des Erzgebirgskreises, die am 23.3. durch Christoph Stahl und Ines Schieck vertreten war. Anerkennung zu erhalten, ist etwas Positives. Okay.
„Ich machte mich auf der Homepage der Stiftung kundig und dachte: Wow, da sind so großartige Firmen Preisträger geworden, da gewinnst Du sowieso nichts.“ erzählte Jürgen Lenk. Aber der Macher wollte auch hier den nächsten Schritt gehen.

2.    Was muss man nun tun?

„Man muss die Unterlagen für die Juroren ausfüllen. Im Regelfall kennt man ja sein Unternehmen bestens, und ein oder zweimal eine Stunde investiert, schon hat man die Fragen der Juroren in einer ersten Näherung beantwortet.“ beruhigt Jürgen Lenk Sorgen wegen tagelanger Unterlagenarbeit. Natürlich kann man diese Unterlagen als zusätzliches Management- und Führungsinstrument nutzen. Dann sollte man natürlich mehr Zeit investieren.

3.    Kostet das was?

„Das ist die Frage, an der sich häufig die Geister scheiden. In diesem Falle, beim Wettbewerb „Großer Preis des Mittelstandes“ der Oskar-Patzelt-Stiftung, kostet die Teilnahme: NICHTS. Die gesamte Arbeit der Wettbewerbsorganisation wird ehrenamtlich geleistet.“ Berichtet Jürgen Lenk.

Der damit verbundene Aufwand ist erheblich: Tausende Nominierungen müssen bearbeitet werden, zehntausende Seiten Juryunterlagen studiert und bewertet werden, vierzehn Juryberatungen müssen organisiert werden, in jeder der zwölf deutschen Wettbewerbsregionen müssen die drei Preisträger und fünf Finalisten bestimmt werden … Auch die Organisation selbst (Vorstand, Kuratorium, Präsidium, Schirmherren, Beiräte, mehr als 40 Servicestellen bundesweit) ist komplett ehrenamtlich organisiert.

4.    Und die Veranstaltung?

Jürgen Lenk erzählt: „Als ich das erste Mal an der Gala zur Preisverleihung teilnahm, dachte ich: Großer Bahnhof. Tolle Gala. Professionelle Inszenierung. So was hatte ich noch nicht erlebt. Im Vorfeld hört man sich ja draußen zum Sektempfang um: Weiß jemand etwas? Wer wird ausgezeichnet werden? Aber offenbar war tatsächlich außer den Organisatoren niemand informiert worden, wer denn nun Preisträger werden würde. Egal. Wie sagte schon die Präsidentin des Bayerischen Landtages: ‚Bereits nominiert zu sein für diesen Wettbewerb ist eine Auszeichnung erster Güte.‘

Ich kann Ihnen nur einen Rat geben: Besuchen Sie diese Gala, nehmen Sie Ihre Mitarbeiter mit, schenken  Sie ihnen diesen Abend als Motivation, als Bestätigung.  Dr. Schmidt sagt immer, auch wenn nur wenige auf der Bühne stehen, diese stehen stellvertretend für den unternehmerischen Mittelstand als Ganzes. Und genau so habe ich jedes Mal diesen Auszeichnungsabend jedes Mal erlebt.“

5.    Plötzlich aufgerufen

„Als ich im nächsten Jahr wieder nominiert war, war die Erarbeitung der Juryunterlagen nicht mehr so aufwändig. Es brauchte ja nur noch aktualisiert und korrigiert zu werden, was sich im letzten Jahr ereignet und geändert hatte. Zur Preisverleihung war ich wieder mit einigen Mitarbeitern angereist. Plötzlich wurde ich aufgerufen. Ich konnte es erst gar nicht glauben, stand aber auf, nahm meinen Sohn mit nach vorn, der mein Nachfolger im Unternehmen wird, während ich nach vorn ging, wurde eine kurze Laudatio über das Unternehmen verlesen, von der ich praktisch gar nichts mitbekam, weil ich viel zu aufgeregt war … Es war wie im Traum. Ich war Finalist des Wettbewerbs „Großer Preis des Mittelstandes“ geworden.

Als wir am nächsten Tag nach Hause fuhren, war mir klar: Das will ich meinen Mitarbeitern weiter geben. Noch am Sonntag fuhr ich in die Firma, wir gestalteten eine separate Urkunde anlässlich der Auszeichnung als Finalist für den „Besten Mitarbeiter“. Die Auszeichnung im Wettbewerb „Großer Preis des Mittelstandes“ ist nicht mit einer Geldprämie verbunden, aber unser „Bester Mitarbeiter“ erhielt natürlich von uns eine Geldprämie dazu.

Und dann, am Montag haben wir diese Auszeichnung mit allen Mitarbeitern zelebriert. Der Mitarbeiter, den wir  ausgezeichnet haben, wollte das Geld nicht, sondern sagte: Wir machen alle zusammen einen Kegelabend und ich will meine Geldprämie dort mit einbringen. Das war ein grandioser Augenblick. So was schweißt das Team zusammen. Und dieser gemeinsame Kegelabend fand dann auch genau so statt wie es geplant war.“

6.    Der schönste Moment

„Vergangenes Jahr“ setzt Jürgen lenk fort, „dachte ich: Ich nehme meine Mutter mit zu Gala und Ball. Die ist 77. Die ist immer noch jeden Tag im Unternehmen in der Buchhaltung. Die hat es sich auch heute Abend zu dieser Infoveranstaltung nicht nehmen lassen, persönlich für das Catering der Gäste zu sorgen und zu kochen. Und die hat diesen Abend verdient wie kein zweiter.

Plötzlich erzählte die Moderatorin Anka Koebel: ‚Es gibt da eine Firma, die arbeitet auch im arabischen Raum …‘ Nun ja – das trifft für viele zu. Plötzlich traf mich ein Scheinwerferspot, ich wurde aufgerufen, als Preisträger, ich war völlig benommen, ich vergaß meinen Sohn mit nach vorn zu nehmen, mit zitternden Knien ging ich nach vorn zur Bühne. Währenddessen lief auf der Leinwand ein Film über unsere Firma, den ich noch nie zuvor gesehen hatte. Kein Kamerateam war bei uns. Die Leute von der Oskar-Patzelt-Stiftung hatten den aus Material zusammengeschnitten, das sie aus den Wettbewerbsunterlagen hatten …

Erst als eine nette Mitarbeiterin der Stiftung mich am Arm nahm und zur Treppe auf die Bühne führte, kam ich langsam wieder zu mir. In dieser Minute lief mein ganzes Unternehmerleben wie ein Film vor meinem inneren Auge ab. Alles, was ich erlebt hatte, die Erfolge und die überwundenen Probleme, alles sah ich in Augenblicken nochmal. Und dann stand ich auf der Bühne, im Rampenlicht, 600 Gäste vor mir im Saal, die applaudierten …

Ich kann Ihnen sagen, das war der schönste Moment in meinem ganzen Unternehmerleben, diesen Preis zu erhalten. Ich will, dass die Unternehmen, die ich heute hierher eingeladen habe und die ich zum Teil selbst kenne, auch diesen Preis kennen, als Teilnehmer dabei sind, ihn vielleicht ebenso gewinnen. Ich weiß, dass die meisten von Ihnen diese Ehre ebenso verdient haben.
Nehmen Sie es in die Hand, packen Sie es an, füllen Sie die Unterlagen aus, machen Sie mit!"

Jürgen Lenk