Netzwerktalk „Aufschwung 2011 – Steuert sich der Arbeitsmarkt von selbst?“ in der technikARENA Dessau-Roßlau

(18.05.2011)
Gemeinsam gegen den Fachkräftemangel

Dessau-Roßlau. Im dritten Netzwerktalk des Jahres 2011 konnten sich Unternehmen und Akteure des Arbeitsmarktes darüber informieren, welche offiziellen Instrumente des Arbeitsmarktes den Unternehmen zur Verfügung stehen und wie diese Hilfe effizient zu den Betrieben gelangt. Rund 40 Gäste besuchten die rund zweistündige Veranstaltung. Eingeladen hatte die Servicestelle Dessau-Roßlau der Oskar-Patzelt-Stiftung in Kooperation mit der Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen der Bundesagentur für Arbeit, dem AVW(Allgemeiner Arbeitgeberverband der Wirtschaft für Sachsen-Anhalt e. V.), der ZAV (Zentrale Auslands- und Fachvermittlung der Bundesagentur für Arbeit) sowie dem IAB (Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung).

Matthias Freiling, Botschafter des Großen Preis des Mittelstandes, hob eingangs die Schlüsselrolle der Bundesagentur für Arbeit bei der Erschließung des Fachkräftepotentials für die Unternehmen in Deutschland und Sachsen-Anhalt hervor. „Sowohl die Agenturen für Arbeit selbst als auch die verschiedenen zugehörigen Institutionen wie das IAB und die ZAV leisten einen entscheidenden Beitrag dafür, dass Fachkräfte und Unternehmen zueinander finden.“ Direkt an die Adresse des Publikums gewandt zeigte sich der Initiator und Moderator dieses Netzwerktalks erfreut über das breite Interesse an der Veranstaltung. „Die Idee der Netzwerktalks ist, Unternehmen und Politik zusammenzubringen. Gerade im Bereich des Arbeitsmarktes fängt der Erfolg mit der Kooperation dieser beiden Gruppen an. Heute Abend bestehen gute Chancen, dass genau dies zustande kommt.“

Im anschließenden Grußwort zeigte sich Kai Senius, Vorsitzender der Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen der Bundesagentur für Arbeit, erfreut über die positive Arbeitsmarktentwicklung in Sachsen-Anhalt. „Im März 2011 gab es in Sachsen-Anhalt rund 40.000 Arbeitslose weniger als vor Jahresfrist. Auch der SGB II - Bereich konnte erfreulicherweise von dieser positiven Entwicklung profitieren.“ Gleichzeitig verwies Senius auf die Herausforderungen, die hinter diesen positiven Meldungen warten. Weniger Arbeitslose bedeuteten nicht nur Wirtschaftswachstum und eine Entlastung der Sozialkassen. Zukünftig werden von Wirtschaft, Politik und Gesellschaft gemeinsame Lösungen erwartet, sämtliche Fachkräfteressourcen zu erschließen, um die absehbare Verringerung der Erwerbspersonen in Deutschland und Sachsen-Anhalt durch Geburtenrückgang und Überalterung aufzufangen.

Dass in diesem Bereich auch Unternehmen und Wirtschaftsverbände eine aktive Rolle spielen, konnte Dr. Sigrun Trognitz, Geschäftsführerin des AVW in Sachsen-Anhalt, mit Zahlen und Beispielen belegen. Neben den vielfältigen Aktivitäten der Mitgliedsunternehmen im Kampf gegen den Fachkräftemangel engagiert sich der Verband auch selbst für das Beschreiten und Erproben von neuen Wegen der Fachkräftesicherung.

So werden zusammen mit den Wirtschafts- und Sozialpartnern in Sachsen-Anhalt innovative Projekte auf den Weg gebracht, welche sich unter anderem mit der Etablierung der Traineemethode in den mittelständischen Unternehmen in Sachsen-Anhalt befassen. Ein weiteres gern genutztes Instrument ist der „Gesprächskreis Bildungsunternehmen“. Hier wurden zuletzt Anfang Mai zusammen mit hochrangigen Vertretern aus dem Ministerium für Wissenschaft und Wirtschaft sowie dem Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt die Rahmenbedingungen der Beschäftigungs- und Arbeitsmarktförderung diskutiert.

Die Hauptreferenten des Netzwerktalks wandten sich im Anschluss direkt der Frage zu, wie die von den Akteuren des Arbeitsmarktes angebotenen Instrumente von den Unternehmen effizient genutzt werden können. Der Fokus des ersten Vortrags lag auf dem Leistungsspektrum der Zentralen Auslands- und Fachvermittlung. Klaus Schuldes, Bereichsleiter Fachvermittlung der ZAV, machte darin deutlich: Ob die Vermittlung von Saisonarbeitern oder Führungskräften, von der Suche über das Auswahlgespräch bis hin zu den rechtlichen Fragen einer Einstellung – diese Abteilung der Bundesagentur für Arbeit kann Betriebe in allen Belangen der Personalrekrutierung aus dem Ausland unterstützen. Im Zentrum des abschließenden Redebeitrages standen vier Thesen zur zukünftigen Entwicklung von Demografie und Arbeitsmarkt. Dr. Ulrich Walwei, Vizedirektor des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, spannte dabei den Bogen von der Arbeit der größten Forschungseinrichtung ihrer Art in Deutschland hin zu den praktischen Effekten für Wirtschaft und Arbeitsmarkt in Deutschland.

Die Diskussionen nach dem offiziellen Teil der Veranstaltung zeigten, dass die Servicestelle der Oskar-Patzelt-Stiftung Dessau-Roßlau wiederum ein Brennpunktthema von hohem Stellenwert bei Politik und Wirtschaft aufgegriffen hatte. Die Oskar-Patzelt-Stiftung selbst organisiert deutschlandweit den Großen Preis des Mittelstandes. Dieser Wettbewerb ist laut einer aktuellen Studie der isw Gesellschaft für wissenschaftliche Beratung und Dienstleistung mbH der wichtigste Wirtschaftspreis in Deutschland und verfügt über eine Reihe von Alleinstellungsmerkmalen. Dazu gehört, dass sich Unternehmen nicht selbst für den Preis bewerben können, sondern von Dritten dafür nominiert werden müssen. Zugleich zählt der Große Preis des Mittelstands zu den wenigen Wettbewerben, die keine Gebühren von den Kandidaten erheben. Für die laufende 17. Wettbewerbsrunde haben in Sachsen-Anhalt über 50 mittelständische Unternehmen nach der Nominierung die zweite Hürde übersprungen und sind mit dem Erreichen der so genannten Juryliste offizielle Kandidaten für den Großen Preis des Mittelstandes 2011. Zu Ehren dieser „Etappensieger“ wird die Servicestelle Dessau-Roßlau wie bereits in den vergangenen Jahren eine Urkundenübergabe im festlichen Rahmen und mit hochrangigen Vertretern der Landespolitik organisieren. Im letzten Jahr wurden dabei im Rangfoyer des Anhaltischen Theaters in Dessau-Roßlau 29 Unternehmerinnen und Unternehmer vom heutigen Ministerpräsidenten des Landes Sachsen-Anhalt Dr. Reiner Haseloff persönlich geehrt.

Die technikARENA in der Junkersstraße 115 in Dessau-Roßlau diente bereits zum wiederholten Male als Veranstaltungsort eines Netzwerktalks. In diesem zur GfMUnternehmensgruppe gehörenden Trainingscenter werden praxisnahe technische Karriereprogramme für alle Niveaustufen umgesetzt. In Dessau-Roßlau ist die GfM seit mittlerweile drei Jahren Servicestelle der Oskar-Patzelt-Stiftung und damit erste Ansprechpartnerin in Bezug auf den Großen Preis des Mittelstandes. Henning Rode, Leiter der Servicestelle, ist per E-Mail unter henning.rode[at]gfm.de erreichbar. Unter dieser Adresse können auch Folien der Vorträge kostenfrei angefordert werden.

Quelle: unic

von links nach rechts: Matthias Freiling, Botschafter des Wettbewerbs Großer Preis des Mittelstandes und geschäftsführender Gesellschafter der GfM; Kay Senius, Vorsitzender der Geschäftsführung Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen der Bundesagentur für Arbeit; Dr. Sigrun Trognitz, Geschäftsführerin Allgemeiner Arbeitgeberverband der Wirtschaft für Sachsen-Anhalt e.V.; Dr. Ulrich Walwei, Vizedirektor Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung; Klaus Schuldes, Bereichsleiter Fachvermittlung Zentrale Auslands- und Fachvermittlung der Bundesagentur für Arbeit