Kein engeres Band…

(27.03.2012)
Grußwort der Erzgebirgssparkasse zum Infotreffen „Großer Preis des Mittelstandes“ am 23.3.2012 in Schönheide

Der Veranstaltung könnte man das folgende Zitat des Berliner Historikers Leopold von Ranke als Motto geben: „Kein engeres Band gibt es unter den Menschen, als gemeinschaftlich gewollte, begonnene und durchgeführte Unternehmungen“.

Auch mit Ihnen, meine sehr geehrten Damen und Herren, verbindet uns ein ein solches starkes Band.  Es ist das gemeinsame Bemühen um eine Sache, von der wir überzeugt sind, dass sie wichtig ist und alle Unterstützung bekommt, die sie benötigt. Ich spreche von der Förderung des Mittelstandes in Deutschland.

Holte Carl Benz seine Idee aus dem Erzgebirge?

Die Oskar-Patzelt-Stiftung hat sich seit mehr als zehn Jahren dieser Idee verschrieben und bietet dem Mittelstand eine ideale Plattform für die Kommunikation mit der Öffentlichkeit. Sie betreibt Lobbyarbeit im besten Sinne.
Man darf sich durchaus fragen, welche Entwicklung der Schönheider Schlosser Louis Tuchscherer mit seiner Erfindung – „der Kutsche ohne Pferde“ – genommen hätte, wenn er sich damals der Möglichkeiten eines solchen Netzwerkes, wie es die Patzelt-Stiftung bietet,  hätte bedienen können.
Vielleicht würde er die verdiente Anerkennung oder sogar Investoren gefunden haben, die das Geld zu einer Patentanmeldung für seine Konstruktion  aufgebracht hätten. So allerdings blieb ihm beides versagt. Die Chroniken von Schönheide berichten, dass ihn im Jahr 1878 ein gewisser Carl Benz aus Mannheim besucht haben soll. Dieser hat fünf Jahre später seinen eigenen Motorwagen gebaut und gilt seither als Konstrukteur des ersten deutschen Automobils.

Klappern gehört zum Handwerk

Was sagt uns dieser Blick in die Geschichte? Nun – ganz platt ausgedrückt – Klappern gehört zum Handwerk. Der Mittelstand als Motor der Konjunktur, als Arbeitsplatzgenerator als Sponsor und Mäzen ist der entscheidende Faktor der wirtschaftlichen Gesamtleistung unseres Landes. Heruntergebrochen gilt dies auch für Sachen, das Erzgebirge und auch für die Orte wie Schönheide, in denen der Mittelstand die vorgenannten Funktionen erfüllt.

Naturgemäß stehen Mittelständler nicht im Zentrum der Berichterstattung der Medien, sondern eher die Großkonzerne. Kleine und mittlere Unternehmen müssen sich in viel stärkerem Maße selber darum kümmern, dass sie überhaupt bemerkt werden. Sie müssen sich in vielerlei Form und zu jeder Zeit in Öffentlichkeit und Medien, in Politik und Gesellschaft bemerkbar machen, um wahrgenommen zu werden.

Mittelstand ins Rampenlicht

Wir als Sparkasse mittlerer Größenordnung wissen uns hier mit Ihnen in guter Gesellschaft. Wir müssen mehr leisten, härter arbeiten und stärker auf uns aufmerksam machen, nur, weil wir nicht schon auf Grund unserer Größe im Fokus der Medien stehen. Das ist mühseliger, fordert innovative und kreative Ideen und bedarf der stärkeren Vernetzung mit Gleichgesinnten.

Und genau das bietet die Oskar-Patzelt-Stiftung mit dem „Großen Preis des Mittelstandes“.

Deutschland ist ein Land des Mittelstandes. Über 99 Prozent aller Unternehmen sind kleine und mittlere Betriebe. Sie stellen rund 20 Millionen Arbeitsplätze.
Der Mittelstand hat ganz wesentlichen Anteil am Erfolg der deutschen Wirtschaft auf den internationalen Märkten und im eigenen Land. Er ist ein zentraler Faktor des Aufschwungs.

Voraussetzung dafür ist die verlässliche Finanzierung durch die Kreditwirtschaft,   die den Unternehmen Investitionen ermöglicht. Die wichtigsten Finanzierungspartner der Betriebe sind die Sparkassen. Drei von vier Unternehmen in Deutschland sind Kunde bei einer Sparkasse.

Und an dieser Stelle schließt sich für mich der Kreis. Das ist das Band, das uns verbindet. Gemeinschaftlich gewollte, begonnene und durchgeführte Unternehmungen.

Ich wünsche mir für unser Land, dass man sich wieder darauf besinnt, wo unsere Stärken liegen. Nicht in den großen weltumspannenden Konzernstrukturen, nicht im jonglieren mit Millionen und Milliarden an den Finanzplätzen dieser Welt, sondern in der Konzentration auf einen gesunden Mittelstand, dem man Voraussetzungen schafft, die nicht hindern sondern fördern.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen interessanten Abend mit vielen guten Gesprächen und verbleibe mit freundlichen Grüßen

Volkmar Viehweg
Bereichsleiter Öffentlichkeitsarbeit der Erzgebirgssparkasse

Hans Perry, Vorstandsvorsitzender der Erzgebirgssparkasse, bei der Verleihung der Auszeichnung „Premier-Bank des Jahres“ im Herbst 2011 (Foto: Boris Löffert)