„Eine Kreditklemme hat es faktisch nicht gegeben…“

(10.12.2010)

Diese Aussage traf der Hauptgeschäftsführer der IHK Südwestsachsen, Hans-Joachim Wunderlich, am 3.12. 2010 im Rahmen der Tagung des Mittelstands- FORUM Deutschland in Aue/ Erzgebirge.

Eine Tatsache, die letztlich den Sparkassen und den genossenschaftlichen Kreditinstituten zu danken sei, so Wunderlich weiter. 

Der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Aue-Schwarzenberg, Hans Perry, resümierte, dass die Sparkassen bundesweit eine entscheidende Rolle für die Kreditversorgung des Mittelstandes spielen. 

Das gastgebende Kreditinstitut hat innerhalb des Ostdeutschen Sparkassenverbandes den höchsten Strukturanteil im Kreditgeschäft. 

„Das bedeutet natürlich, dass wir uns auch über die Risiken im Klaren sind. Wir sehen darin jedoch keine Probleme. Wir machen Geschäfte, die wir können und deren Risiken wir beherrschen mit Menschen, die wir kennen – unseren mittelständischen Kunden vor Ort. Diese konsequente regionale Fokussierung unterscheidet uns von vielen anderen Banken und hat uns gestärkt aus der Krise hervorgehen lassen“. 

Das Treffen des Mittelstands-FORUM Deutschland in Aue stand unter dem Motto „Ausgezeichnet!“

„Ausgezeichnet“ war, dass die Teilnehmer trotz des gerade hereingebrochenen Winters mit Schnee, Glätte und Kälte gut im „Weihnachtsland“, im Erzgebirge, angekommen waren. „Ausgezeichnet“ waren die meisten Teilnehmer des Treffens als Preisträger des Wettbewerbs „Großer preis des Mittelstandes“ der Oskar-Patzelt-Stiftung. Sie gehören zu den Unternehmerinnen und Unternehmern, die ein wesentlicher Grund dafür waren, dass Deutschland die Krise, wenn auch noch nicht überstanden, so aber weitaus besser verkraftet hat, als viele andere Staaten. Der Mittelstand hat sich wieder einmal als das Rückgrat der deutschen Wirtschaft erwiesen.

„Ausgezeichnet“ lautete der Titel einer begleitenden Broschüre zu dieser Tagung, die die Sparkasse Aue-Schwarzenberg aufgelegt hatte. Die Publikation vermittelte, dass das Erzgebirge eben nicht nur Weihnachtsland ist, sondern vielmehr auch Wirtschaftsstandort für Unternehmen. Wirtschaftsstandort mit Potenzial und eben ausgezeichneten Firmen. Einige davon sogar mit dem „Großen Preis des Mittelstandes“.

„Kein engeres Band gibt es unter den Menschen, als gemeinschaftlich gewollte, begonnene und durchgeführte Unternehmungen“. Dieses Zitat des Berliner Historikers Leopold von Ranke passt, wenn sich Mittelständler aus allen Teilen Deutschlands zusammenfinden. Es ist das gemeinsame Bemühen um eine Sache, von der wir überzeugt sind, dass sie wichtig ist und alle Unterstützung bekommen muss, die sie benötigt. Ich spreche von der Förderung des Mittelstandes in Deutschland.

Die Oskar-Patzelt-Stiftung hat sich seit sechzehn Jahren dieser Idee verschrieben und eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass die ehrenamtlich und ausschließlich privat finanzierte Arbeit für die Idee der Mittelstandsförderung Früchte tragen kann.

Weitere Ehrengäste waren Jan Kammerl, Wirtschaftsförderung Erzgebirge, Christoph Stahl, Leiter des Referats Kreisplanung und Wirtschaftsförderung im Landratsamt des Erzgebirgskreises und Christina Pfeiffer, Leiterin der Geschäftsstelle des Bundesverbandes der mittelständischen Wirtschaft.

Hans Perry ging in seinem Grußwort auf den Begriff des Optimisten ein. Optimisten schreibt man ja erschiedene Eigenschaften zu. Zum Beispiel „Mut“ – „Dem Mutigen gehört die Welt“ – so sagt es ein altes Sprichwort. In einer Zeit, die in ständiger Veränderung begriffen ist, braucht es täglich Mut, um private wie unternehmerische Entscheidungen zu treffen, Wagnisse einzugehen, die unser Leben teilweise existenziell beeinflussen. Theodor Fontane beschrieb dieses Spannungsfeld, in dem auch wir uns bewegen so: "Zwischen Hochmut und Demut steht ein drittes, dem das Leben gehört, und das ist der Mut."  

Eine zweite Eigenschaft – der Trotz. Eine Schlagzeile hieß: „Lebenslust trotz Herzfehler“ Die Geschichte des kleinen achtjährigen Vitus, der mit einem schweren Herzfehler geboren wurde, dessen junges Leben von OP zu OP verläuft, von Kontrolluntersuchung zu Kontrolluntersuchung. Dieser Junge spielt Fußball und klettert auf Bäume, wie es Jungen in seinem Alter nun mal tun – trotz seiner Krankheit, trotz anderslautender ärztlicher Prognosen. Diese Form von Trotz ist es, die Menschen in schweren Lebenssituationen zu Optimisten macht und sagen lässt: „…jetzt erst recht...“

Eine dritte Tugend – die Gelassenheit – nicht alles zu ernst zu nehmen was uns auf den ersten, meist flüchtigen Blick aus der Bahn zu werfen droht. Was die antike Philosophie, als die uns heute noch bekannte „stoische Ruhe“ lehrt, ist im heutigen Sprachgebrauch mit Synonymen verbunden wie, Geduld, Gemütsruhe, Gleichgewicht, Selbstbeherrschung, Umsicht oder Zurückhaltung.

Und letztlich zeichnet den Optimisten aus, dass er ein Ziel hat und daran festhält, auch wenn die Wege dahin nicht einfach sind. All das zeichnet Mittelständler aus, wie sie von der Oskar-Patzelt-Stiftung gesucht und ausgezeichnet werden.

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